Jahresarchiv 2021

Herzblatt

Eine Glosse …

Irgendwie hat so ein Bürgermeisterwahlkampf doch was von „Herzblatt„. Finden Sie nicht auch?

Die Kandidaten stellen sich vor, zeigen sich von ihrer Schokoladenseite, versuchen, charmant sowohl zu beeindrucken als auch von sich zu überzeugen. Für den krönenden Abschluss sorgt – nach Susis amüsanter Zusammenfassung – die Frage, wer denn nun das Herzblatt sein soll. Im Anschluss verbringt man miteinander einen Tag und zieht eine Woche später vor laufender Kamera ein Fazit, ob’s „Top“ oder „Flop“ war.

Ähnlich verhält es sich mit den Kandidaten eines Bürgermeisterwahlkampfs.

Nachdem ein Wahlkampfausschuss die bisherigen Bewerber mit der Zulassung öffentlich (sozusagen „amtlich“) zu Kandidaten erklärt hat, beginnt damit die sog. „heiße Phase“, sprich‘: „Schaulaufen“ à là vorstellen, beeindrucken, überzeugen.

Auf welchen Kandidaten der ein oder andere schlußendlich abfährt, ist – wie so vieles im Leben – wohl reine Geschmackssache und hat im Allgemeinen mehr mit Sympathie / Antipathie denn nüchterner und pragmatischer Wahl aufgrund beruflicher Qualifikation zu tun.

Nachdem der derzeit Amtierende Anfang Juli vollkommen überraschend erklärte, nicht mehr kandidieren zu wollen, sah es doch kurzfristig aus, als hätte man nur noch das, was man allgemein als „Qual der Wahl“ bezeichnet.

Dies hat sich jedoch seit dem 30/07/2021 geändert, so daß nunmehr offiziell 6 Kandidaten im Rennen sind und Susi an dieser Stelle wohl fragen würde:

„So, lieber Wähler. Wer soll denn nun Dein Herzblatt sein?“

Kandidat 1, der brave Vorzeigeschwiegersohn, mit dem es sicher nicht langweilig oder einsam wird, da seine politischen Freunde – stets bemüht, ihn ins rechte Licht zu rücken – immer dabei sind und dem eigentlich nur noch die Tattoos „Jules“ und „Rooobeeert“ auf den Unterarmen1„Männlich und markant – fehlt nur noch das Tattoo. An dieser Stelle ein Vorschlag: Sollte Harris die Wahl gewinnen, dann könnte er sich doch in geschwungener Schrift die Namen „Robert“ und „Jules“ auf die Unterarme tätowieren lassen.“ Björn Leo: „Politik ist sexy“, Kreis-Anzeiger v. 05.09.2015, S. 26 fehlen, um „Männlich und markant2Björn Leo: „Politik ist sexy“, Kreis-Anzeiger v. 05.09.2015, S. 26 den Rathausstuhl zu erobern oder

Kandidat 2, der mehr „Ecken und Kanten3Björn Leo: „SPD Büdingen im Angriffsmodus“, Kreis-Anzeiger v. 12.07.2021, S. 14 hat, als man es an seiner „Körperkontur ablesen kann4Björn Leo: „SPD Büdingen im Angriffsmodus“, Kreis-Anzeiger v. 12.07.2021, S. 14, „keine Politik für Fürsten, Investoren und Unternehmen machen5Björn Leo: „SPD Büdingen im Angriffsmodus“, Kreis-Anzeiger v. 12.07.2021, S. 14will und nicht zu den „bequemsten politischen Weggefährten6Björn Leo: „SPD Büdingen im Angriffsmodus“, Kreis-Anzeiger v. 12.07.2021, S. 14 gehört, jedoch gerne beim Riwwelkuchenbacken7FB Seite „Rolf Kleta Bürgermeisterkandidat für Büdingen hilft oder

Kandidat 3, der nette Bursch‘ vom Berg, der mit Bits und Bytes jongliert, wie kein anderer, „rational statt ideologisch“ „infrastrukturelle Bedürfnisse wie Energieversorgung und Mobilität mit der Umwelt in Einklang bringen8[Schwerpunkt „Infrastruktur und Umwelt“, Website Robin Mai will, um mit diesen „idealen Startmöglichkeiten9Schwerpunkt „Soziales“, Website Robin Mai in neue digitale Sphären zu schweben oder

Kandidat 410Zum Zeitpunkt dieser Glosse war eine offizielle Website des Kandidaten, auf der er sein Wahlprogramm vorstellt, nicht aufzufinden, der pöse „hünenhafte“ Purche, mit dem es – ob Strickjacke, Longsleeve11Klaus Nissen: „Landrat wirft Nazis raus“, Der neue Landbote v. 27.03.2015 | „Noch mehr Flüchtlinge“, Der neue Landbote v. 28.11.2015 oder Anzug – sicher nicht langweilig wird, da er für einen Eklat12Petra Ihm Fahle, „Eklat im Büdinger Parlament wegen fehlender Maske“, Kreis-Anzeiger v. 31.08.2020 [€]nach dem anderen13[Petra Ihm-Fahle, „NPD sorgt für Eklat im Büdinger Parlament“, Kreis-Anzeiger v. 31.05.2021 [€] sorgt und sicher gerne die Leiter hält, wenn man ihm beim Plakate aufhängen (und die hängen immer hoch) hilft oder

Kandidat 514Zum Zeitpunkt dieser Glosse war eine offizielle Website des Kandidaten, auf der er sein Wahlprogramm vorstellt, nicht aufzufinden, der hoch motivierte „Macher15Björn Leo, „Stefan Zielenkiewitz: Inaktiv zu sein, ist nicht mein Ding“, Kreis-Anzeiger v. 03.08.2021[€], der – ca. ein ½ Jahr hier lebend und daher mehrheitlich unbekannt – sein großes Netzwerk gleich selber mitbringt, um seine Visionen in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln,16Björn Leo, „Stefan Zielenkiewitz: Inaktiv zu sein, ist nicht mein Ding“, Kreis-Anzeiger v. 03.08.2021[€] weil „inaktiv zu sein17Björn Leo, „Stefan Zielenkiewitz: Inaktiv zu sein, ist nicht mein Ding“, Kreis-Anzeiger v. 03.08.2021[€] nun mal nicht „sein Ding18Björn Leo, „Stefan Zielenkiewitz: Inaktiv zu sein, ist nicht mein Ding“, Kreis-Anzeiger v. 03.08.2021[€] ist oder aber ist es 

Kandidat 6, der hemdsärmelige Handwerker, der anpacken will19„Ulrich Majunke will „anpacken für ganz Büdingen“, PM v. 06.08.2021, Kreis-Anzeiger, es gewohnt ist, klare Entscheidungen zu treffen20„Als Unternehmer sei er es gewohnt, klare Entscheidungen zu treffen“, Björn Leo, „Ulrich Majunke will – kein Mann für schlechtes Wetter“, Kreis-Anzeiger v. 13.07.2021 [€], „mit offenem Visier nach vorne21„“Ich gehe mit offenem Visier nach vorne“, sagt er im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger. Und fügt selbstbewusst hinzu: „Ich kann Bürgermeister.““ Björn Leo, „Ulrich Majunke – kein Mann für schlechtes Wetter“, Kreis-Anzeiger v. 13.07.2021 [€]geht, „kein Mann für schlechtes Wetter ist22 Björn Leo, „Ulrich Majunke – kein Mann für schlechtes Wetter“, Kreis-Anzeiger v. 13.07.2021 [€] und sich sowohl für die jüngsten Einwohner als auch Lebensexperten23Video Ulrich Majunke einsetzen will.

So, lieber Wähler. „Wer“ soll denn nun für die nächsten sechs Jahre Dein Herzblatt sein?


Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

R.i.F. Wirtschaftsbeirat

Stadtverordnetenversammlung v. 02.07.2021, TOP 26. Antrag der FWG-Fraktion, betr.: Beirat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing | Vorlage: ANFWG/008/2021. Mit 30 „Ja“-Stimmen und 1 Enthaltung wurde die Auflösung des „Beirat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing“ einstimmig durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Was an Punkten noch offen war, wird mitsamt der Anträge aus diesem Beirat nun in den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

Die Entfernung des Gremiums aus dem Bürgerinformationsportal der Stadt Büdingen am frühen Abend des 03.08.2021 setzt nunmehr endgültig den Schlußstrich unter ein Gremium, in dem – lt. Thomas W. Appel (FWG) – „in sechs Jahren rein gar nichts passiert“ ist und man über weite Strecken damit beschäftigt war, sich den Stand der Vorjahressitzungen in Erinnerung zu rufen.

Ein Gremium, das lt. Appel (FWG) „auf Bestreben der CDU gegründet“, seit 23.09.2015 existierte, an die Wand gefahren wurde und dessen Auflösung lt. König (CDU) nun nichts anderes mehr als „Formalie sei“.

So also das „Schicksal“ eines Gremiums, das zur Chefsache des amtierenden Bürgermeisters erklärt, unter dem Vorsitz eines CDU Bürgermeisterkandidaten geführt, sowie von „geringem Interesse aus den Fraktionen1Wolfgang Patzak (FDP) erklärte, er halte grundsätzlich nicht viel von Beiräten, daher habe er nichts gegen die Auflösung. Ganz so schlecht seien die Aktivitäten aber nicht gewesen, meinte er. Geschuldet seien die Verzögerungen auch einer Abstimmungspanne, der Corona-Krise und geringem Interesse aus den Fraktionen.“ | Kreis-Anzeiger v. 04.07.2021 [€] geprägt war.

Dass der (nunmehr „ehem.“) Vorsitzende Harris bei Auflösung des Gremiums, dem er jahrelang vorstand, wegen Urlaubs nicht anwesend war, mag – zugegebenermaßen – etwas befremdlich, jedoch nicht „verwerflich“ sein.

Dass aber eben jener Harris die Wirtschaftsförderung in seinem Wahlkampf zu einem seiner Leitthemen macht, von „Innovation“ und „Potenziale zu nutzen und zu kommunizieren“ schwadroniert, grenzt – im Zusammenhang mit diesem Wirtschaftsbeirat – an Zynismus.

6 Jahre (09/2015 – 07/2021), in denen er – als verantwortlicher Vorsitzender – mit diesem Gremium die Möglichkeit hatte, „Büdingen als attraktiven Standort für innovative Unternehmen bekannter“ zu machen, „die Ansiedlung neuer Unternehmen“ zu fördern, die „Digitalisierung von Unternehmen und Verwaltung, schnelles Internet oder eine Vernetzung von Stadt und Unternehmen mit Hochschulen“ voranzubringen und Büdingen „zu einem kreativen und innovativen Zentrum in der Region“ werden zu lassen.

Dies hätte wohl aber auch etwas mehr als die 13 Std., 10 min. an Gremienarbeit erfordert, die zeitlich dafür aufgewendet worden sind. Vom Zeitaufwand der eigentlichen Arbeit der Umsetzung mal ganz zu schweigen …

Die Realität210 Gremiensitzungen mit einer Sitzungsdauer von ø 1Std., 20min. im Zeitraum 09/2015 – 07/2021 | Abstimmungspannen | Corona-Krise | mutmaßlich den Bitten, frühzeitig und regelmäßiger einzuladen, nicht nachgekommen | Zeit verschwendet, weil man damit beschäftigt war, sich den Stand der Vorjahressitzung in Erinnerung zu rufen (gab es keine Protokolle, bzw. entsprechende Vorlagen, etc.?) der Auflösung dieses Gremiums wegen Untätigkeit, dürfte daher wohl nicht nur die o.a. Wahlkampftirade ad absurdum führen, sondern weitere Fragen aufwerfen.

Wenn sich ein Bürgermeister erneut einer Wahl stellt, muß er sich im Zuge seines Wahlkampfes selbstverständlich auch an seiner bisherigen Amtszeit messen lassen. Selbiges muß daher auch für Kandidaten gelten, die kommunalpolitisch tätig waren, bzw. sind. Und diese spricht nicht „für“ diesen Kandidaten.


Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

Giftspritzen

Weil die Büdinger Grünen – was mich nicht wundert – nach wie vor keinen aus ihren eigenen Reihen ins Rennen um die Rathausspitze schicken können, tun sie halt das einzige, was sie wirklich „können“. Provokant und überheblich (re)agieren:

Bei „der“ geballten Kompetenz, die die Büdinger Grünen – meist ungefragt – immer wieder zum Besten geben, wäre ein grüner BM-Kandidat (m/w/d) doch eigentlich „die“ Möglichkeit gewesen, zahlreiche Kritiker Lügen zu strafen.

An dieser Stelle verstummt jedoch – wenn’s um so eine Kandidatur geht, noch dazu einer weiblichen – selbst eine „Krawallschachtel“1„[…] Da behauptet die ohne zwingenden Grund, ohne nen Anlass behauptet die einfach, dass wir Rechtspopulisten sind. Aus heiterem Him Himmel beleidigt diese linke Dame uns als Rechtspopulisten. In der letzten Sitzung gab ich ihr nochemal die die Möglichkeit, sich für diese Aussage zu entschuldigen, was sie natürlich nicht für notwendig er erachtet hat hatte. So steht diese Behauptung dieser Krawallschachtel noch immer im Raum. (Gelächter, spöttischer Applaus) […]“ Stadtverordnetenversammlung v. 10.06.2016, Wolfgang Faust (ProVernunft).

Man darf also mal gespannt sein, was die Grünen diesmal wohl auf die übliche Frage „Und wen unterstützen die Grünen?“2[…]“Die Tendenz geht klar zu Erich Spamer“, sagt Fraktionschef Joachim Cott. Die anderen Kandidaten seien keine Alternativen.“ | Kreis-Anzeiger v. 05.09.2015, „Land, Leben, Leute“, „Politik ist sexy“, Björn Leo antworten werden, nachdem ein Erich Spamer nicht mehr kandidiert.

Vermutlich so, wie es Frau Preißer (FDP) seinerzeit getan hat: „Es gibt sechs Kandidaten. Der Bürger wird wohl in der Lage sein, sich einen auszuwählen.“3„Schließlich noch Dorothea Preißer. Sie sagt nüchtern: „Es gibt sechs Kandidaten.Der Bürger wird wohl in der Lagesein, sich einen auszuwählen.“ Die FDP gibt jedenfalls auch keine Wahlempfehlungab. Eine Stichwahl wird es wohl geben,vermutet Preißer.“ | Kreis-Anzeiger v. 05.09.2015, „Land, Leben, Leute“, „Politik ist sexy“, Björn Leo


Bild: D Mz / Pixabay

Sechs

19.07.2021, 18 Uhr. Abgabefrist zur Einreichung der Bewerbungsunterlagen für das Amt des Bürgermeisters. 6 Personen haben ihre Unterlagen abgegeben. 5 Namen sind bereits bekannt, das „Geheimnis“ um den sechsten Bewerber dürfte dann am 30.07.2021 um 18 Uhr gelüftet werden, wenn alle Unterlagen überprüft wurden und der Gemeindewahlausschuss offiziell mitteilen wird, daß – vermutlich – alle Wahlvorschläge zugelassen werden.

Während im benachbarten Glauburg die (noch) amtierende Büdinger Stadträtin Strauch bislang Alleinkandidatin war, hat sie mit dem 19.07. nunmehr eine Kontrahentin vorgesetzt bekommen. Dürfte daher in Glauburg nicht uninteressant werden. Und während in der kleinen Nachbargemeinde der Bürgermeisterwahlkampf stark östrogenlastig ist, wird das hier in Büdingen vermutlich – mit einer Ausnahme (2015) – wohl wieder einmal ein reines „Testosteronschaulaufen“.

Die sozialen Netzwerke sind nicht nur eine prima Informationsquelle, sondern natürlich auch Möglichkeit, Eigenwerbung und somit „Wahlkampf“ zu veranstalten, was die Protagonisten auch tun. Der eine mehr, der andere weniger … zumindest bis jetzt.

„Größere Reichweite“, „kostengünstig“, „schnell“, „informativ“ … nicht zu unterschätzende Faktoren. Dies weiß inzwischen wohl auch die Presse zu schätzen und so findet sich z.B. dann auch so manch‘ Kommentar unter Beiträgen der BM Kandidaten als Zitat in der aktuellen Berichterstattung – zumeist hinter einer Bezahlschranke – wieder.

30.07.2021, 18 Uhr. Der Wahlausschuss hat alle 6 Bewerber zur Wahl zugelassen. Im Amtsblatt vom 02.08.2021 wurden nunmehr die offiziell zugelassenen Wahlvorschläge veröffentlicht. Kandidaten sind nunmehr:

  1. Harris, Benjamin (Sozialversicherungskaufmann) | CDU
  2. Kleta, Rolf (Angestellter) | SPD
  3. Mai, Robin (Selbständig) | FDP
  4. Lachmann, Daniel (Geschäftsführer) | NPD
  5. Zielenkiewitz, Stefan (Freiberuflicher Standort- u. Unternehmensberater) | Einzelbewerber
  6. Majunke, Ulrich (Selbständig) | Einzelbewerber (FWG)

Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

Attacke!

„Friede, Freude, Eierkuchen“ in Ruhe und Harmonie verweilend … „Läuft“ bei den Genossen …

Etwas anders hört sich allerdings diese Jahreshauptversammlung der Büdinger Genossen im heutigen (12.07.2021) Kreis-Anzeiger an.

SPD Büdingen im Angriffsmodus“ [€] titelt dieser. Da ist die Rede von „Angriffsmodus“; „Kampflos“ will man „das Feld der politischen Konkurrenz künftig nicht mehr überlassen“; „die SPD nämlich in vielen Dörfern überhaupt keine Rolle mehr spielt“ …

Auch, dass man bei der diesjährigen Kommunalwahl 1 Sitz in der Stadtverordnetenversammlung verloren hat, „nervt“ – lt. Kreis-Anzeiger – die Genossen wohl sehr. Es dürfte wohl auch der schlichten Tatsache geschuldet, daß sich der Abstand zu einer CDU i. Vgl. zu 2016 nahezu verdoppelt1[2016: Differenz 4,91%2021: Differenz 9,71%] hat, was den Genossen wohl zusätzlich schwer im Magen liegen dürfte?!

„Angriffsmodus“ soll es also nun sein. „Kampfansage“ der neu gewählten / nominierten „roten Front“.

Boris Winter

Lt. Kreis-Anzeiger verkörpere der – 46-jährig – neu gewählte Vorsitzende „einen neuen Typus“, ohne diesen näher zu charakterisieren.
Also, erst einmal dürfte dieser „Typus“ nichts Neues sein. „Radikale“, „Extremisten“ und „Fanatiker“ gab, gibt und wird es immer in politischen Gruppierungen geben.

Dass man solchen „Typen“ aber nunmehr – auf hiesiger kommunaler Ebene – das Ruder überlässt, ist allerdings ein Novum. Zeigt aber auch sehr eindrucksvoll, wie sehr man doch „kämpft“ und sich der Tatsache bewußt ist, sich (politisch) seit Jahren schon auf einem absteigenden Ast zu befinden.

Man organisiert sich also „neu“. Kurs- und Ruderwechsel, indem man sich eines solchen „Typus“ bedient. Einem, der publikumswirksam zur (SPD) Fahne greift, diese der „Versammlung präsentiert und sagt: „Dafür möchte ich eintreten.“

Da geht den Genossen doch das Herz auf, wie einem alten Schlappen die Naht …

An Theatralik sowie Populismus kaum noch zu überbieten. Aber gut … die „Geste“ zählt.

Rolf Kleta

Als Ulrich Majunke von der FWG zum Bürgermeisterkandidaten nominiert wurde, bezeichnete der Kreis-Anzeiger diesen in seiner Printausgabe v. 06.07.2021 als „Das aus der Not geborene Kind“2In der „Online-Ausgabe“ erschien dieser dann mit der Überschrift [€] „Nach Spamer-Rückzug: Ulrich Majunke soll Bürgermeisterkandidat werden. Diese – m.M.n. absolut deplacierte (sic!) – Bezeichnung dürfte – wenn überhaupt – dann doch wohl eher auf den nunmehr nominierten SPD Kandidaten passen, wenn man sich die Historie dieser „Kandidatenfindung“ mal etwas näher betrachtet?!

Dass selbst die eigene Stadträtin nicht die einzige „Wunschkandidaten“ der Genossen war und – lt. Kreis-Anzeiger – „einige Gespräche mit Kandidaten, die dem Profil der SPD entsprochen haben“ stattgefunden haben, verwundert dann doch sehr. Veranlasst es doch zu der Vermutung, weder kompetente Leute in den eigenen Reihen zu haben noch dafür gesorgt zu haben, solche entsprechend „heranzuziehen“.

Dass man nun schon seit 2009 keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen zur BM-Wahl stellt … fragwürdig.
Dass man sich sogar „Auswärtiger“ bedienen musste … blamabel.
Den nunmehr nominierten als „nie die erste Wahl“3„Rolf Kleta war für die SPD dennoch nie die erste Wahl“ – Zitat Kreis-Anzeiger v. 12.07.2021, „SPD Büdingen im Angriffsmodus„[€] hinzustellen … ein Armutszeugnis.

Dass es Absagen hagelte … wenig erstaunlich. Wem die Historie einer Büdinger SPD BM Kandidatensuche bekannt ist, lässt – verständlicherweise – besser die Finger davon.

Die erste Stadträtin kocht ihr Süpplein – nach aktuellem Stand – demnach also auch bald wieder in Glauburg.

Nun also Kleta. Nicht nur aus der Kernstadt, sondern auch aus den eigenen Reihen. Kein Unbekannter in der Büdinger Kommunalpolitik. Seit 10 Jahren nun schon in der Stadtverordnetenversammlung dabei. Er „will“, ist „vorstellig“ geworden. Angeblich 2 Wochen vor dieser Versammlung, auf der man eigentlich mitteilen wollte, keinen gefunden zu haben, der’s „macht“.

Die ersten Aussagen lassen aufhorchen:

„Ich bin kein Zählkandidat. Ich will der erste Diener der Stadt werden.“ 
„Wir wollen in Büdingen keine Politik für Fürsten, Investoren und Unternehmen machen…“, beginnt er und fährt nach einer Pause fort: „… aber eben auch für sie, denn sie sind Teil der Gesellschaft.“

Diese „Fürsten“, „Investoren“ und „Unternehmen“ finanzieren – ganz nebenbei angemerkt – nicht nur zu einem Gros so manche politischen Sperenzchen mit, sondern sorgen u.a. für Arbeitsplätze, Lohn- und Gewerbesteuer, dienen sogar ungefragt (sic!) als „Aushängeschild“ für diese Stadt, den Tourismus, sowie einer interkommunalen „Landesgartenschau“.

Ein Bürgermeister macht eigentlich auch keine „Politik“. Steht irgendwie im Widerspruch zu einem „erste Diener der Stadt“ oder? Als Verwaltungschef setzt er eigentlich das um, was die „Politik“ in den Gremien beschließt. Der Diensteid eines BM sollte doch zumindest nach 10-jähriger kommunalpolitischer Tätigkeit bekannt sein?! Darin ist übrigens auch von „unparteiisch“ die Rede … Nur mal so nebenbei …

Sollten daher die obigen Aussagen wirklich die überzeugte Einstellung sein, so dürfte er sich bereits schon in den Startlöchern disqualifiziert haben?!

Auch dürfte es vermutlich schwer werden, mit so einer Aussage noch den Fuß in die Tür, geschweige denn über die Schwelle ortsansässiger Unternehmen, Investoren und Fürsten zu kommen …


Beitragsbild: Iván Tamás / Pixabay

nebelkerze

„Diplomatisch“, „vernünftig“, „wertschätzend“, „positiv“, „bodenständig“, „loyal“.

So zumindest der erste Eindruck, wenn man diese Mitteilung liest, die wohl auch auf zahlreiche Zustimmung stieß:

Liebe Freunde!

Nach ereignisreichen Tagen noch einige Worte in eigener Sache. Viele haben mich in den vergangenen Tagen…

Posted by Thomas Appel on Tuesday, July 6, 2021

„Verantwortung“

„Last“, „Bürde“, „Scheitern“, „Angst“, „Pflicht“, „Zweifel“, „Versagen“, „Existenzangst“, „Rücksicht“, „Kraft“, „Zuversicht“, „Freude“, „Erfolg“, „Glück“, „Antrieb“, „Ansporn“ …

Je nach Lebensweg, hat es schon den Ein oder Anderen an die Grenzen des menschlich Machbaren gebracht. Die einen scheitern, andere wiederum wachsen über sich hinaus. Ein Wechselbad der Gefühle. In jeglicher Hinsicht. Es ist schwer, dieser tagtäglich gerecht zu werden. Sie lässt sich auch nicht beliebig ein- oder ausschalten, an- oder ablegen, sondern ist – gerade, wenn man auch noch Familie hat – omnipräsent.

Es ist daher nur logische Konsequenz, sich erst einmal zurückzuziehen, um über vieles erst einmal im stillen Kämmerlein gründlich nachzudenken. Gerade dann, wenn man vorhat, ein öffentliches Amt zu bekleiden. Die Zeit, um alle Für und Wider abzuwägen, zahlreiche Szenarien durchzuspielen und mit seinen Lieb(st)en durchzusprechen, sollte man sich nehmen und jedem zugestehen. Wer das alles schon mal „durch“ hat, weiß, wovon ich spreche.

Respekt daher für diejenigen, die sich für eine solche Kandidatur entscheiden. Ebensolchen Respekt aber auch denjenigen, die davon Abstand nehmen. Sowohl die eine als auch die andere Entscheidung wiegt schwer.

Um an dieser Stelle wieder auf die o.a. „Mitteilung in eigener Sache“ zurückzukommen … Text und Bild … Ein Widerspruch, bzw., wie der Lateiner zu sagen pflegt, das, was man als „contradictio in adiecto“1zu Deutsch: „Widerspruch in sich selbst“ bezeichnet.

Widerspruch

Einerseits die – absolut nachvollziehbare, ja, plausible – Definition vom Umgang, sowie eigenem Verständnis von „Verantwortung“. Andererseits die Veröffentlichung von Fotos der eigenen (minderjährigen) Kinder via „sozialer“ Netzwerke.

Noch dazu „öffentlich“. Und „öffentlich“ heißt bei „facebook“ nicht nur „öffentlich“, sondern ist es auch. Für jedermann. Sowohl mit als auch – in Teilen – ohne Benutzerkonto.

[Während bei „instagram“ die Privatsphäreeinstellung nur dahingehend einstellbar ist, das Benutzerkonto generell auf „privat“ zu setzen, bietet „facebook“ diverse Auswahlmöglichkeiten. Die Namen der Kinder, Geburtsdatum, sowie Geburtsort sowie Krankenhaus sind – in diesem Fall – für angemeldete Benutzerkonten ebenfalls einsehbar. So auch für mich, obwohl nicht miteinander „befreundet“. Fotos der Kinder findet man dort von klein auf.]

Sharenting“ i.V. mit der dargelegten „Verantwortung“ … Da gehen vermutlich dann doch die Ansichten meilenweit auseinander …

„Verantwortungsvoll“, sowie passend wäre, i.V. mit diesem persönlichen Text, daher einzig ein Foto von ihm gewesen.

Nebelkerze

Bei näherer Betrachtung des Textes kommt dieser – gewollt oder ungewollt – m.E. eher einer verbalen „Nebelkerze“2„rhetorisches Ablenkungsmanöver bzw. rhetorische Verschleierung eines Sachverhalts“ Def.: DWDS Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute näher als einem (überzeugten) „Statement“3zu Deutsch: „Stellungnahme“, „Aussage“, „Erklärung“, „Mitteilung“.

Zwischen den Zeilen liest sich dies allerdings etwas anders, so daß man sich ein bisserl Schmunzeln nicht verkneifen kann. Auch „Enttäuschung“, ja, sogar „Ärger“ kommen da (nicht ganz unberechtigt) zu Tage. Rhetorisch allerdings gut „versteckt“.

Als „der Loyale“4„Der Loyale Erlebt sich als treuer Zuarbeiter, der seinen Selbstwert aus seiner Loyalität und pflichtbewussten Arbeit schöpft. Genießt die Anerkennung seiner Chefs und handelt wertorientiert. Beziehungen, Partei und Grundwerte sind ihm wichtig, die Übereinstimmung mit ihnen durch seine Arbeit befriedigt ihn. Wägt gegebenenfalls zwischen der Verbundenheit mit Parteifreunden und den eigenen Wertvorstellungen ab. Zieht daraus bei zu starker innerer Konflikthaftigkeit Konsequenzen bis hin zum Rückzug oder Rücktritt. Wichtiger als die Rolle als Rampensau ist ihm wertebezogene inhaltliche Arbeit.“ Zitat: „Typologie der „Zweiten Reihe““, Micha Hilgers diese Bühne zu verlassen, ehe er sie noch richtig betreten hat, gebührt zumindest für die Rhetorik Respekt.


Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

candidatus dignus

Nun also „Ring frei für Uli“ …

Mit der Entscheidung, Ulrich Majunke in den Ring steigen zu lassen, hat die FWG, m.M.n. erstmals eine gute und vernünftige Entscheidung getroffen, sowie einen würdigen Kandidaten nominiert.

Einem, der seine eigenen Fußspuren hinterlässt und nicht in die Fußspuren seines Vorgängers tritt.

Dass man dessen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden indirekt „lancierte“ und diesem dadurch eine gewisse Bekanntheit verschaffte, ist m.E. kein Grund, diesen im Anschluss als „kompetenten“ BM-Kandidaten zu präsentieren (Auch, wenn er genau bei dieser Stadt seine Verwaltungslehre absolviert hat).

Nun habe ich es ja generell so gar nicht mit Parteien. Auch bin ich alles andere als ein „Freund“ dieser FWG Büdingen. Aber, wie formulierte es schon Cicero: „Exceptio probat regulam in casibus non exceptis“ [zu Deutsch: „Die Ausnahme bestätigt die Regel in den nicht ausgenommenen Fällen.„], verkürzt: „Ausnahmen bestätigen die Regel“. Und für eine solche „Ausnahme“ halte ich eben auch diesen Kandidaten. Punkt.

Dieses Amt ist – auch wenn in der Öffentlichkeit immer gerne anders gesehen – ein trockener „Verwaltungsjob“. Und dieser ist von Verwaltungsabläufen geprägt. Ein Gerüst, bestehend aus Formalien, Beschlüssen, Gesetzen, Rechts- und Durchführungsverordnungen gehören zum Tagesgeschäft. Schlußendlich ist hier eine Gemeinde mit 22.8081Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden Einwohnern in insgesamt 16 Stadtteilen zu verwalten. Tendenz steigend.

Fotos und Phrasendrescherei à là „wie schön ist doch Büdingen“ sind Stadtmarketing. Auch für die Repräsentation der Stadt zeichnet formaljuristisch ein hauptamtlicher Stadtrat Verantwortung (den wir (noch) hier in Büdingen haben). „Das“ sollte sich so mancher mal vor Augen führen.

Es ärgert mich immer wieder, wie die Bürger – aus Unkenntnis, sowie Desinteresse – das Amt eines Bürgermeisters betrachten. Diese Betrachtungsweise hat wenig mit der Realität denn Nostalgie vergangener Zeiten zu tun.

Verärgert bin ich auch ob der tendenziösen Art und Weise, wie dieser neue Kandidat via dem Kreis-Anzeiger vorgestellt wurde. Ich frage mich, was das soll(te).

Screenshots: Bild links: Online-Artikel [€] | Bild rechts: epaper, sowie Printausgabe v. 06.07.2021

[In Anbetracht der Tatsache, daß Erich der FWG einen Haufen vor die Tür 💩 hat, möge sich dieser – ganz entgegen seiner Art – doch bitte mit Äußerungen2„Der Rathauschef, der im Oktober 70 wird, saß stattdessen im Wirtseck, um mit seinem Amtsvorgänger Bernd Luft über gute alte Zeiten zu sprechen. Erst später hat Spamer die Versammlung der Freien Wähler besucht. „Die Vorgänge und die Entscheidung für Uli Majunke habe ich mit Verwunderung zur Kenntnis genommen“, sagt er.“ Zitat: Kreis-Anzeiger v. 06.07.2021[€] zur Kandidatur eines Kollegen in Zurückhaltung üben. Wäre aufgrund des „Dilemmas“, das er verursacht hat, an dieser Stelle wohl mehr als angebracht.]

„Ja, wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?“

Die Frage kam mir ad hoc in den Schädel, als ich den heutigen [05.07.2021] Regionalteil des „Kreis-Anzeiger“ las.

Mehr Fragen als Antworten – Bürgermeister Erich Spamers Verzicht auf erneute Kandidatur bleibt ein Rätsel / FWG und SPD positionieren sich mit Alternativen“ nebst Kommentar „Quo vadis, FWG?“ nimmt nahezu die komplette Seite 7 [€] ein. Fortsetzung folgt auf Seite 8 [€] mit „Rätselraten in Büdingen – Nach der überraschenden Rückzugs-Ankündigung von Bürgermeister Erich Spamer suchen Fraktionsvorsitzende nach Erklärungen und Motiven„, sowie [€] „„Du bist jetzt wohl Plan B“ – Nach kritischer Rede: Fraktionen attackieren FWG-Mann Thomas W. Appel / Parlament löst Wirtschaftsbeirat auf„.

Zu guter Letzt der nächste „Knaller“ auf Seite 9 [€] „Krätschmer verzichtet für Strauch – Damit hat niemand gerechnet: SPD Glauburg nominiert Büdingens Erste Stadträtin für die Bürgermeisterwahl am 26. September„.

Für solche „Bonbons“ müssen dann nun auch einmal die zahlreichen Pressemitteilungen (u.a. CDU Büdingen, Harris, FWG, Vereine, etc. pp.), die mehrheitlich in den letzten Monaten den täglichen Regionalteil prägten, schon mal Platz machen. Kann man ja auch – zum Wohle einer Berichterstattung – mal machen oder?

Screenshot e-Paper Kreis-Anzeiger v. 05.07.2021 / Fotos fehlen in der Online-Ausgabe des verlinkten Artikels [€]

Ja, ja … Da hat „unser“ Erich mit seiner Ankündigung, nicht mehr kandidieren zu wollen, ja mal wieder für mächtig Aufregung gesorgt. Die Fraktionsvorsitzenden in der Stadtverordnetenversammlung (ob das fehlende Bild des FWG Fraktionsvorsitzenden Ulrich Majunke, bzw. seines Stellvertreters (Thomas Appel) so beabsichtigt war?) suchen derweil „nach Erklärungen und Motiven“.

Von „Gerüchten, ob man in der FWG das Pferd wechselt“ (König, CDU), über Rückzug in den „wohlverdienten Ruhestand“ (Patzak, FDP), „Neuanfang“ (Cott, Grüne), bis zur „Einsicht, dass die Chancen gering sind, gewählt zu werden“ (Bähr, ProVernunft) ist alles dabei, um die Gerüchteküche weiter zu befeuern.

Über die Laus, die ihm tatsächlich über die Leber gelaufen ist und diese (m.M.n.) „Trotzreaktion“ hervorgerufen hat, bewahrt der Erich jedoch weiter Stillschweigen. „„Diejenigen, die betroffen sind, wissen Bescheid. Ich beschuldige und demontiere niemand. Das ist nicht meine Art“, sagt der 69-Jährige am Sonntagvormittag im Sitzungssaal des Rathauses.“ (Diejenigen, die ihn schon etwas länger (und näher) kennen, werden sich vermutlich ob dieser Aussage ungläubig die Augen gerieben haben.)

Fakt ist nun einmal, daß er in den nächsten Monaten den Rathaussessel räumen wird. Diesen Fakt hat „er“ und niemand anders nunmehr geschaffen. „Wann“ genau er dies allerdings tun wird, wird wohl (s)ein Geheimnis bleiben. Nach der Art und Weise seiner Ankündigung vom Freitag (02.07.2021) sollte man vielleicht auch hier mit einer Überraschung rechnen?!

Strauch kandidiert in Glauburg

Überraschend auch die Ambitionen der derzeit amtierenden Büdinger Ersten Stadträtin, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Nicht, wie man nun annehmen könnte, in Büdingen (22.808 Einwohner)2Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden, sondern in ihrer Heimatgemeinde Glauburg (3.064 Einwohner)3Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden.

[Dass sich ein – Pardon – schon allein fachlich hoffnungslos überforderter Scheid-Varisco kurzfristig als BM Kandidat in Büdingen ins Spiel gebracht hat, dürfte doch wohl eher als verfrühter Karnevalsscherz denn ernsthaft gemeint, zu werten gewesen sein?!]

An der Besoldung kann es wohl nicht liegen, denn mit ihrer Entscheidung, in Glauburg zu kandidieren, würde sie sich – im Falle einer erfolgreichen Wahl – u.a. auch von B2 auf A16 verschlechtern. Auch parteiintern etwas „suboptimal“, sowie mit Konfliktpotential, da der amtierende BM (seit 2009) auch Parteikollege, sowie ehem. Dienstvorgesetzter ist.

Obwohl anders geplant, macht der amtierende, obwohl ursprünglich für eine dritte Amtszeit kandidieren wollend, jedoch den Weg frei, um erneute Konflikte42003 kam es bei diesem Ortsverband schon einmal zu einer parteiinternen Kandidatur Dieser Konflikt schwelt bis dato nach. zu vermeiden. Summa summarum eine äußerst unangenehme, wenn nicht gar „peinliche“ Situation. Wohl weniger für jemanden, der „Verbundenheit“ durch „Ich bin das Enkelchen vom Sperlings Karl aus der Herrnstraße und dem Lisi aus der Schulstraße„[€] ausdrückt und sich – sollte ich es richtig verstanden haben – selbst mit der Darlegung seiner Ziele wohl etwas „blamiert“5„So waren auch viele der Ziele, die sie als Bürgermeisterin erreichen will und die sie auch auf vorbereiteten Karten austeilte, den Mitgliedern wohl bekannt – zum Teil sogar besser als Strauch selbst die konkreten Themen kannte. Immer wieder korrigierte oder ergänzte Krätschmer sie bei ihren Ausführungen. Sprach sie vom Ausbau der Kinderbetreuung und dass es notwendig sei, einen zweiten Kindergarten zu bauen, stellte er fest, dass dieser mindestens fünf Gruppen Platz bieten müsse. „In acht Tagen bringe ich die Vorlage ein.“ Erwähnte Strauch das geplante Baugebiet „Hinter dem Falltor“, korrigierte der ortsfremde Krätschmer die Einheimische Strauch „Hinter dem Falder“. Kreis-Anzeiger v. 06.07.2021, S. 18, sowie „online“[€] haben dürfte?!

An Krätschmer’s Stelle hätte ich es einfach mal auf eine parteiinterne „Kampfkandidatur“ ankommen lassen, zumal seine Wiederwahl wohl so gut wie sicher gewesen wäre?! Den Glauburgern sei gewünscht, daß sich ihnen bis zum 19.07.2021 noch eine weitere wählbare Alternative bietet.

Uns hier in Büdingen sei selbiges gewünscht.


Zitat (Überschrift): „Auf der Rennbahn“, 1946, Wilhelm Bendow / Franz-Otto Krüger | 1972, Loriot

Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

hasta la vista baby …

Freitag, 02.07.2021, kurz nach 20h … Anruf, in dem mir mitgeteilt wurde, daß „us Erich“ anlässlich der Stadtverordnetenversammlung, die dieses Mal um 20h begonnen hat, nach Feststellung der Beschlussfähigkeit eine „Bombe“ hat platzen lassen: Er wird nicht zur BM Wahl kandidieren, wünschte Benjamin Harris (CDU) alles Gute und teilte mit, daß er aufgrund dieser Ankündigung der heutigen Stadtverodnetenversammlung nicht beiwohnen wird. Nachdem er dies den Stadtverordneten mitgeteilt hat, verließ er die Versammlung.

Zurück blieben – so zumindest die Beschreibung – in kurzzeitiger Schockstarre verharrende Stadtverordnete. Selbst die Kollegen aus der eigenen Wählergemeinschaftsfraktion scheint diese Mitteilung eiskalt erwischt zu haben.

Kurz nach 21h ging’s dann offiziell über die üblichen „Kanäle“ …

Während sich ein allgemeines „Bedauern“ in Grenzen hielt (und nach wie vor noch hält), quittierten einige diese Nachricht spontan mit Zustimmung. Ehrlich gesagt, war diese Mitteilung auch für mich ein „innerer Reichsparteitag“ und ich war im ersten Moment geneigt, die Korken knallen zu lassen.

Bislang stand dieser BM-Wahlkampf m.E. ja wohl eher unter dem Motto „Pest oder Cholera“ … Welcher Teil davon nunmehr freiwillig die Segel gestrichen hat – und was nunmehr übrigbleibt – möge jeder für sich selbst entscheiden. Weder „war“ der – aktuell offiziell – verbleibende Kandidat 2015 noch „ist“ er – für mich – wählbar. Dies aufgrund meiner persönlichen Erfahrung(en). „Vom Regen in die Traufe“ kann ich da leider z.Zt. nur sagen.



Sollte also die FWG Büdingen ob dieser Mitteilung „ihres“ Erich, nunmehr einen anderen Kandidaten ins Rennen schicken – Zeit genug ist ja noch bis zum 19.07. – kann ich nur hoffen, daß nunmehr Uli Majunke in den Ring steigt und der „Sonnyboy“, der immer wieder mal als (potentieller) „Nachfolger“ gehandelt wird, dafür im Schrank bleibt.

Die Art und Weise, sowie der Zeitpunkt dieser Ankündigung des (noch) amtierenden Bürgermeisters ist – zumindest für mich – keine Überraschung.

Dass er mit dieser Ankündigung seiner eigenen Fraktion / Wählergemeinschaft sowohl in die Parade fährt als auch einen kräftigen Hocker vor die Tür gesch***** hat, veranlasst zu der Vermutung, daß es wohl doch nicht so harmonisch bei dieser „FWG“ zugeht, wie immer wieder suggiert wird. Diese – Pardon – „unrühmlich“ anmutende Kandidaturrücknahme könnte daher „hausgemacht“ sein.

 

 

Dass „weder private noch gesundheitliche Gründe mit seiner Entscheidung zu tun hätten. Auch die Hochwasserkatastrophe Ende Januar, für die Spamer damals die politische Verantwortung übernommen hatte“ eine Rolle spielen würde und er „über den Hintergrund momentan nicht sprechen wolle„, eröffnet m.E. zumindest reichlich Raum für Spekulationen.

Was letztendlich die wahren Beweggründe waren, wird die Zeit zeigen. Die Zeichen stehen z.Zt. zumindest wohl eher auf „Flucht“ denn geordneten Rückzug?!

Man kann „unserem“ Bürgermeister ja so manches unterstellen. Aber Stil gehört nun nicht dazu. Dieses Manko macht diesen „Auftritt“ aber zumindest plausibel.


 

Beitragsbild: Gerd Altmann / Pixabay

Regenbogen

eine durch Regentropfen oder Aerosol verursachte Lichtbrechung, die sich als optische Naturerscheinung“ mit 7 Farben (Rot, Orange, Gelb, Grün, Hellblau, Dunkelblau, Violett) „bemerkbar macht„.

So die nüchterne wissenschaftliche Beschreibung eines unbeschreiblich schönen Naturereignisses, das mich jedesmal wieder aufs Neue begeistert.

Was mich allerdings ganz und gar nicht begeistert, ist mal wieder das, wofür dieser herhalten muss.

Sprich‘, was aktuell [Stichwort: UEFAEM-Stadion in MünchenRegenbogenfarben] mal wieder abläuft und auch Büdingen nicht verschont:

Dass es nicht „Peace“ sondern i.V. mit dieser Fahne „PACE“ lautet, dürfte vermutlich den wenigsten auffallen. Ebensowenig dürfte es auffallen, daß diese Fahne falsch herum ist. Was der lachende Smiley auf der anderen Regenbogenfahne soll, weiß vermutlich auch nur die Stadt. Hauptsache mit „Regenbogen“ und „Zeichen setzen“ dabei. Symbol- und Eventpolitik halt.


Selbstredend, daß auch die, m.M.n. üblichen, „Baizuo“ wieder mal ganz vorne mit dabei sind …

Erich Spamer
Erich Spamer Bürgermeister
Hat die Stadt Büdingen nicht ein paar 🏳️‍🌈 Flaggen? Wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt, diese mal zu zeigen.

Posted by Boris Winter on Tuesday, June 22, 2021

Ich frage mich, was passiert, wenn das „Verbot“ der UEFA missachtet wird? Ist das jetzt seit Neuestem schon so, dass turbokapitalistische Verbrecherorganisationen Vorschriften machen dürfen?
#fckuefa

Posted by Boris Winter on Tuesday, June 22, 2021

Selbstredend, daß man sich nicht nur auf die Farben der internationalen Friedensbewegung sowie der sog. „LGBT-Szene“ beschränkt, sondern mit der „Philadelphia Pride„-Fahne (2017 kamen „Black and People of Color“ mit einem schwarzen und einem braunen Streifen dazu) alles „politisch korrekt“ abdeckt. „All Inclusive“ sozusagen.

Posted by Büdinger Bündnis für Demokratie und Vielfalt on Tuesday, June 22, 2021


Wir sind inzwischen im Juni … „Pride Month“ … wie jedes Jahr im Juni … wo waren eigentlich die Regenbogenfahnen im letzten Jahr? Wo in den letzten Jahr(zehnt)en davor?

Sollte es also all diesen „Baizuo“ wirklich um „Diversität und Gleichberechtigung“ gehen, stellt sich mir die Frage, warum bis dato eigentlich nicht kritisiert wurde, daß diese seit 01.06.2021 im Stadtbild gänzlich fehlen?

Screenshot: Kreis-Anzeiger v. 23.06.2021

Selbst der Kreis-Anzeiger hatte sich – just am 23.06. [EM Vorrundenspiel Deutschland : Ungarn] – dazu hinreißen lassen, seine Website am oberen Rand in Regenbogenfarben zu tauchen. Einen Tag später war dann auch die Regenbogenleiste wieder weg.

„Pride Month“ auch hier „Fehlanzeige“.

Um „Diversität und Gleichberechtigung“ i.V. mit dem „Pride Month“ geht es aber aktuell eigentlich auch gar nicht.

Dieser Regenbogen-Empörungs-Aktionismus am 23.06. diente m.E. einzig dazu, öffentlich Kritik am kürzlich verabschiedetem ungarischen Gesetz zu üben.

[Dieses „verbietet“, lt. Berichterstattung, „„Werbung“ für Homosexualität oder Geschlechtsumwandlungen bei Minderjährigen„. Lt. dem ungarischen Außenminister lege dieses Gesetz jedoch lediglich fest, „dass Eltern bis zum 18. Lebensjahr ihrer Kinder die exklusiven Rechte zur Erziehung hinsichtlich der sexuellen Orientierung hätten„.

Dass dieses Gesetz, mit dem auch ein „Pädophilen-Register“ geschaffen werden soll, mehrheitlich von den „Baizuo“ nebst Journaktivisten im Volltext überhaupt gelesen wurde, wage ich mal zu bezweifeln. In der täglichen Berichterstattung sucht man einen Verweis auf die Veröffentlichung im ungarischen Amtsblatt eher vergebens. Dieser Verweis findet sich jedoch in der ungarischen „infostart“ v. 22.06.2021, die – nicht uninteressant – auch diejenigen (europäischen) Länder aufführt, die diese Gesetzverabschiedung verurteilen, bzw. nicht verurteilen.]

Da kommt das EM Vorrundenspiel Deutschland : Ungarn natürlich gerade recht. Sozusagen Punktgenau.

„Sport“ war, ist und wird nie unpolitisch sein. „Sport ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck!

Vom „Flitzer mit Regenbogenfahne“ während der ungarischen Nationalhymne, Abwenden ungarischer Fans bei der deutschen Nationalhymne, „homophobe Sprechchöre ungarischer Ultras„, „Herzchen“ war zumindest politisch alles dabei und „Nein“ – Achtung: Zynismus – die deutsche Fußballnationalmannschaft ist auch nicht politisch, sondern konzentrierte sich gänzlich aufs Spiel. Nicht auszudenken, mit welcher Torbilanz dieses Spiel für die Deutschen geendet hätte, hätten sie ihren Fokus auf den spielerischen Part dieser Partie gelegt. So „zitterte“ man sich spielerisch also gerade noch zu einem „Unentschieden“, das verhinderte, die Heimreise antreten zu müssen.

Kleiner „Fun Fact“ am Rande: Die UEFA tauchte ihr Logo am 23.06. in Regenbogenfarben. Soviel also zu „„aufgrund ihrer Statuten [ist die UEFA] eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt – muss die UEFA diese Anfrage ablehnen“„. Solche Widersprüche muss man nicht verstehen.

Übrigens: „Regenbogenfahnen“ sucht man in diesem „Pride Month“ hier in Büdingen vergebens. Also nix mit solidarischem „Zeichen setzen“ in Sachen „Diversität und Gleichberechtigung“.

Und falls man sich dann doch noch dazu entschließen sollte – hier sei an den 28.06.1969 erinnert – dann bitte nicht nur vor öffentlichen Gebäuden, wie z.B. der Stadtverwaltung, sondern auch bitte vor / bei der kath. Kirche, Biblische Gemeinde, DITIB, Erstaufnahmeeinrichtung, Flüchtlingsunterkünften, etc., etc., pp. … wenn schon, denn schon …


Beitragsbild: Gordon Johnson / Pixabay