Politische Verantwortung

Politische Verantwortung

Da geht einem doch das Herz auf, wie einem alten Schlappen die Naht, wenn man solch‘ Worte eines Bürgermeisters vernimmt:

»Ich übernehme die politische Verantwortung.« Es habe Möglichkeiten für eine Ertüchtigung der Hainmauer gegeben, über die seit dem letzten Hochwasser 2003 immer wieder gesprochen worden sei.

Screenshot: hessenschau v. 01.02.2021 / 03.02.2021

Heißt im Klartext also was genau?

Wohl eher nix, denn es ist nichts anderes, als vorher auch schon. Substanz- und konsequenzloses „Geblubber“ … wie üblich halt. „Politische Verantwortung“ … Mehr eine Metapher von Amtsträgern, denn tatsächliches Tragen der Konsequenzen. Persönlich dafür „mithaften“, was man ursächlich mitverursacht hat und sei es nur durch „unterlassen“. Jeder ehrenamtlich tätige Vereinsvorsitzende haftet da vermutlich mehr als ein Wahlbeamter.

Auch, daß der Bürgermeister nunmehr konsequenterweise seinen Hut nimmt, weil er dem Vertrauen seiner Wähler in sich und der Verantwortung in das Amt, das er bekleidet, nicht mehr gerecht wird, dürfte – zu diesem Zeitpunkt – wohl mehr „Wunsch“ denn „Realität“ sein.

Konsequenterweise sollte eine Stadtverordnetenversammlung das Procedere einer Abwahl einleiten. Da sitzen aber nun einmal auch die, die es „mitgetragen“ haben … Zeitweise über 18 Jahre lang … Sowohl „Hochwasserschutz“ als auch z.B. das Thema „Hainmauer“ sind in dieser Stadtverodnetenversammlung – Fraktionsübergreifend – bis zum Erbrechen thematisiert worden. Einfach mal beide Schlagworte nacheinander – Zeitraum: 01.01.2000 bis aktuelles Datum – in die „Recherche“ unseres Bürgerinformationssystems eingeben, Ergebnis abwarten und sich seine eigenen Gedanken machen.

Und da schon am Tag dieser Hochwasser Katastrophe versucht wurde, den „schwarzen Peter“ in Umlauf zu bringen,

Podcast hr4: „Büdinger Bürgermeister: „Hochwasserlage ist katastrophal!“ (1630)“ v. 29.01.2021)

sollte man zumindest wissen, daß für den Hochwasserschutz grundsätzlich erst einmal die Gemeinde zuständig ist. Sprich‘: Büdingen.

Auch daß dieses Hochwasser – ob direkt oder indirekt – seitens diverser Parteien (Fraktionen) kommunalpolitisch „genutzt“ wird, sollte man zumindest zur Kenntnis nehmen.

Dass, nach dem ersten Schock, nunmehr die Suche nach dem „Schuldigen“ beginnt, dürfte logische Konsequenz des entstandenen Schadens sein, der bei vielen Mitbürgern existentiell sein dürfte.

Ob diese Mitbürger sich mit dieser „politischen Verantwortung“ zufrieden geben werden, sei zu diesem Zeitpunkt noch dahingestellt.


Aktualisierung:

Scheine das mit so etwas wie „Rücktritt“ i.V. mit „Übernahme politischer Verantwortung“ wohl nicht alleine so zu sehen?

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Über den Autor

hinteregger administrator

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive 😉

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