Und Tschüss …

Und Tschüss …

Ein Mittwoch Nachmittag gegen Februarende in Büdingen.
Ich hab‘ tierisch Kohldampf und hüpfe, nachdem ich meinen Filius bei einem Termin abgesetzt habe, schnell beim Metzger rein, um mir 3 belegte Semmeln zu holen. Leider nur noch 1 da. Die freundliche Mitarbeiterin schlägt mir vor, schnell zum „Naumann“ zu laufen und noch 2 Semmeln zu holen, damit meine Bestellung ausgeführt werden kann.

Gesagt, getan.
Bin allerdings etwas irritiert, weil man den Seitenein- und nicht den Vordereingang, der einwandfrei funktioniert, nutzen soll. Betrete einen vollkommen dunklen Laden und frage mich, ob überhaupt geöffnet ist. Es ist ca. 15h … ergo normale Öffnungszeit.

Kein Mitarbeiter hinter der – durch Plexiglas „Corona gesicherten“ Verkaufstheke, vollkommen dunkler Laden, mit Ausnahme von mir, keine anderen Kunden. Nachdem nach – gefühlten – 5 Minuten immer noch keiner kommt, mache ich durch Rufen auf mich aufmerksam.

Nachdem eine junge Dame endlich hervorkam, wies sie mich auf das Fehlen einer Maske hin. Ich erklärte Ihr, daß ich davon „befreit“ sei und nur 2 Brötchen holen wolle. Daraufhin erklärte sie  mir, daß die Hausdirektive besagt, daß Kunden ohne Maske nicht bedient werden. Hätte sie mir mitgeteilt, daß sie mir keine Brötchen verkaufen wolle, hätte ich dies – aufgrund des Hausrechts (§858 BGB ff.) i.V. mit dem sog. Kontrahierungszwang – akzeptieren müssen. Da jedoch der Verweis auf die Hausdirektive „Kunden ohne Masken werden prinzipiell nicht bedient“ folgte, dürfte dies – vermutlich nicht nur in meinem Fall – juristisch zwiespältig sein.

Abgesehen von der Tatsache, daß ich – aufgrund zahlreicher negativen Erfahrungen – die Dienstleistungen der hier ansässigen Naumann – Filialen schon seit längerem nicht mehr in Anspruch nehme und nur im Notfall darauf zurückgreife, hat mich dieser „Vorfall“ zumindest in meiner Entscheidung bestätigt, nunmehr gänzlich auf andere Berufskollegen auszuweichen. Einem Kontrahierungszwang unterliegt eben – vice versa – auch ein Verbraucher nicht. Man muss ja nicht unbedingt dort sein Brot kaufen.

Und, falls nunmehr – reflexartig – der Vorwurf laut wird, daß man dies doch direkt mit dem Betroffenen klären soll … Ist ebenfalls erfolgt. Via Mail schilderte ich die obige Sachlage, wies – vollkommen wertfrei und informativ – auf ggf. juristische Widersprüche hin und bat, doch zumindest diese Hausdirektive nach außen hin kenntlich zu machen. Als Antwort erhielt ich eine – durch einen Juristen aufgesetzt – Antwort retour, dessen Inhalt mich sehr amüsierte, da – in meinem speziellen Fall – äußerst widersprüchlich, da darauf m.E. nicht eingehend.

Sei’s drum. Ich antwortete relativ kurz, mit Dank für die Zeit, sowie Kenntnisnahme dieser Hausdirektive nebst Hinweis, daß ich es als falsch empfinden würde, „über“ die Firma in der Öffentlichkeit zu sprechen, als mich damit direkt auch an diese zu wenden.

2021-03-04 Bäckerei Naumann, HIT Markt
Bild: H. Messerschmidt (privat) – Bäckerei Naumann, HIT Markt Büdingen

Finde ich gut, weil sich jeder nunmehr sein eigenes Bild machen kann und entscheiden kann, wie er damit umgeht.

Meine Entscheidung ist relativ einfach … „Und Tschüss!“ …

Bild: (H. Messerschmidt) – Bäckerei Naumann, Berliner Str., Büdingen

Aktualisierung(en):

18.03.2021 – Info seitens einer Mitbürgerin erhalten, daß die, hier aufgeführten, Hinweisschilder aus sämtlichen Filialen entfernt wurden. Des Weiteren wurde sie, nach eigener Aussage ihr Attest offen tragend, ohne weitere Hinweise seitens des Verkaufspersonals bedient.

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Über den Autor

hinteregger administrator

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive 😉

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