Schluss mit lustig

Schluss mit lustig

Nu‘ is‘ es passiert. Das Fürstenhaus scheint nun wohl endgültig die Faxen Dicke zu haben und hat nunmehr in aller Deutlichkeit die Grenze gesetzt.

„Es ist eine rote Linie überschritten worden. Jetzt ist Schluss mit lustig“, „Der Schlosspark wird bei der Landesgartenschau gar keine Rolle spielen (…)“, sowie „Ja, der Schlosspark bleibt dicht“ (auf die Frage, ob der Park ab sofort für die Öffentlichkeit geschlossen ist).

So Wolfgang Ernst Fürst zu Ysenburg und Büdingen im Gespräch v. 21-05-2021 mit Björn Leo (Kreis-Anzeiger).

Mehr oder weniger angekündigt hat es sich bereits schon Ende April, als (wieder einmal) öffentlich über eine Schließung des Schloßparks spekuliert wurde.

Lange genug hat es, wenn man sich die gesamte Historie mal betrachtet, m.M.n. auch gedauert und war auch mehr als überfällig.

Die, in den letzten Wochen durchgeführte, Reparatur des Zauns (Anm.: entlang der Straße „Am Hain“) nach dem Hochwasser im Jänner d.J., sowie der Artikel v. 30.04.2021 im Kreis-Anzeiger haben einen solchen Verlauf schon angedeutet.

Dass dieses Gespräch auch kurz nach Veröffentlichung des Zuschlags für die interkommunale Landesgartenschau 2027 geführt wurde, dürfte demnach wohl ebenfalls kein Zufall sein?!

Ich mutmaße mal, daß die Diskussionen um „Hochwasserschutz„, nebst Versuchen 1„Spamer räumt ein, dass es Möglichkeiten für eine Sanierung der Hainmauer gegeben habe. Die Stadt habe sich mit dem Fürstenhaus ins Benehmen gesetzt, um Maßnahmen zur Wiederherstellung der Standsicherheit durchzuführen, erläutert er im Gespräch mit dem Kreis-Anzeiger. Das Ziel des Fürstenhauses sei laut Spamer gewesen, die Unterhaltung der Mauer am Seemenbach in städtische Hände zu legen, um ein Problem weniger zu haben.“, der „Schuldzuweisungen2„Als Bauwerk zum Hochwasserschutz fallen die Mauer und ihre Instandhaltung in die Zuständigkeit der Stadt, unabhängig davon, auf wessen Grundstück sie steht oder wessen Eigentum sie ist. Trotzdem hat die Stadt in der Vergangenheit gegenüber dem Haus Ysenburg ihre Pflicht abgelehnt, die Mauer instand zu halten, wie Spamer in einem Brief an dessen Anwalt noch im August 2019 feststellt. Dabei war ihm damals bekannt, dass an der Mauer dringende Reparaturen und Verstärkungen notwendig sind. Bei einem Ortstermin mit Journalisten im Dezember 2019 hatte Spamer darauf hingewiesen, dass die Mauer am Seemenbach ein weiteres Hochwasser nicht überstehen würde. Aus einem entsprechenden Briefwechsel, der dem Kreis-Anzeiger vorliegt, geht hervor, dass es 2016 ein Angebot des Hauses Ysenburg gab, der Stadt nicht nur die Mauer selbst, sondern auch einen entsprechenden Streifen des Schlossparks, der für die Arbeiten zur Verstärkung der Mauer notwendig wäre, als eigenständiges Grundstück aus dem Parkgelände herauszumessen. Büdingen hätte dann im Rahmen einer sogenannten Dienstbarkeit selbstständig auf diesem Streifen handeln können.“ in Richtung Fürstenhaus ebenfalls ihren Beitrag dazu geleistet haben.

Wohl auch, dass das Schloßareal – ohne überhaupt mit der Familie gesprochen zu haben 3„Nein, mit uns hat keiner gesprochen. Es ist schon verwunderlich, wie plötzlich privater Grund und Boden Gegenstand solcher Veranstaltungspläne werden können. Das passt gut zum gerade erwähnten Nehmertum.“ – fest in die „Machbarkeitsstudie zur Landesgartenschau Oberhessen 2027“ (siehe z.B. S.3, S.39, S.46 – 48) eingeplant wurde, dürfte das Fass vermutlich wohl endgültig zum Überlaufen gebracht haben?!

Ja, die „Gesellschaft“ 4„Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren so sehr verändert, dass meine Familie sich manche Dinge nicht mehr gefallen lässt. Die Leute haben einfach kein Gespür für private Sachen. Das gilt für das Verhalten beim Spaziergang genauso wie im Bezug auf ihre grundsätzliche soziale Verantwortung. Da ist ein regelrechtes Nehmertum herangewachsen, plötzlich scheint alles eine Selbstverständlichkeit zu sein. Viele Menschen urteilen über Angelegenheiten, die privat sind, nehmen für sich in Anspruch, es besser zu wissen.“ hat sich wirklich sehr verändert. Und obwohl „Veränderung“ per se nichts schlechtes ist, so hat sich diese „Gesellschaft“ – gefühlt – doch sehr zum Nachteil verändert.

Es wird mehrfach weder miteinander gesprochen noch versucht, konstruktiv zusammen zu arbeiten. Es werden keine Meinungen mehr ausgetauscht, sondern „Statements“ gesetzt. Es wird sich auch nicht mehr miteinander auseinandergesetzt, sondern es werden Exempel statuiert, vorzugsweise über die Presse (siehe z.B. Leserbrief (Bidl)). Aus „Miteinander“ ist – gefühlt – schon lange ein „Gegeneinander“ geworden. Professionalität und Sachlichkeit weichen persönlichen Befindlichkeiten. „Konformität“ vor „Individualität“.

All‘ das fällt dann wohl auch unter die oft zitierten „Büdinger Verhältnisse“, die zu nichts anderem führen, als dass sich – über Jahr(zehnt)e hinweg – Fronten verhärten.

Das Resultat daraus: „Les jeux sont faits, rien ne va plus!“ oder auf gut Deutsch: „Macht euern Dreck alleene„.

Gerüchte und Gerede um die monetären Verhältnisse, immer wieder – öffentlich ins Spiel gebracht – „Enteignung“, Bürgerinitiativen gegen Pflegemaßnahmen im Schloßpark, Verwaltungsstreitverfahren, Spekulationen um zahlreiche Besitztümer der Familie Fürst zu Ysenburg und Büdingen. All das hat im Laufe der Jahre einen tiefen Graben gerissen.

Auch jegliche Versuche der Familie, die „Tore“ zu öffnen, wurden erst einmal kritisiert. Ob es nun in jüngerer Vergangenheit „Weihnachtsmarkt“ oder aber auch die „Landpartie“ war.

Nein, nach alledem dürfte wohl jedem, der sowas schon mal in ähnlicher Weise mitgemacht hat, zurecht die Lust darauf vergangen zu sein, sich weiterhin (fürstlich) offen und zugänglich zu zeigen.

Fakt ist, daß der Schloßpark – so sehr ich dies und sämtliche Umstände, die dazu führten, bedaure, ja, mich stellenweise für die suboptimale „Performance“ mancher (kommunalpolitischer) Protoganisten fremdschäme – wohl erst einmal „dicht“ ist 5„Das heißt: Der Park ist ab sofort für die Öffentlichkeit geschlossen? Ja, der Schlosspark bleibt dicht.“.

Schade. Er war für mich immer eine kleine Oase der Ruhe, die ich sehr genossen habe.

Über den Autor

hinteregger administrator

Zugereister Österreicher, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive 😉