Monatsarchiv Juli 2021

Attacke!

„Friede, Freude, Eierkuchen“ in Ruhe und Harmonie verweilend … „Läuft“ bei den Genossen …

Etwas anders hört sich allerdings diese Jahreshauptversammlung der Büdinger Genossen im heutigen (12.07.2021) Kreis-Anzeiger an.

SPD Büdingen im Angriffsmodus“ [€] titelt dieser. Da ist die Rede von „Angriffsmodus“; „Kampflos“ will man „das Feld der politischen Konkurrenz künftig nicht mehr überlassen“; „die SPD nämlich in vielen Dörfern überhaupt keine Rolle mehr spielt“ …

Auch, dass man bei der diesjährigen Kommunalwahl 1 Sitz in der Stadtverordnetenversammlung verloren hat, „nervt“ – lt. Kreis-Anzeiger – die Genossen wohl sehr. Es dürfte wohl auch der schlichten Tatsache geschuldet, daß sich der Abstand zu einer CDU i. Vgl. zu 2016 nahezu verdoppelt1[2016: Differenz 4,91%2021: Differenz 9,71%] hat, was den Genossen wohl zusätzlich schwer im Magen liegen dürfte?!

„Angriffsmodus“ soll es also nun sein. „Kampfansage“ der neu gewählten / nominierten „roten Front“.

Boris Winter

Lt. Kreis-Anzeiger verkörpere der – 46-jährig – neu gewählte Vorsitzende „einen neuen Typus“, ohne diesen näher zu charakterisieren.
Also, erst einmal dürfte dieser „Typus“ nichts Neues sein. „Radikale“, „Extremisten“ und „Fanatiker“ gab, gibt und wird es immer in politischen Gruppierungen geben.

Dass man solchen „Typen“ aber nunmehr – auf hiesiger kommunaler Ebene – das Ruder überlässt, ist allerdings ein Novum. Zeigt aber auch sehr eindrucksvoll, wie sehr man doch „kämpft“ und sich der Tatsache bewußt ist, sich (politisch) seit Jahren schon auf einem absteigenden Ast zu befinden.

Man organisiert sich also „neu“. Kurs- und Ruderwechsel, indem man sich eines solchen „Typus“ bedient. Einem, der publikumswirksam zur (SPD) Fahne greift, diese der „Versammlung präsentiert und sagt: „Dafür möchte ich eintreten.“

Da geht den Genossen doch das Herz auf, wie einem alten Schlappen die Naht …

An Theatralik sowie Populismus kaum noch zu überbieten. Aber gut … die „Geste“ zählt.

Rolf Kleta

Als Ulrich Majunke von der FWG zum Bürgermeisterkandidaten nominiert wurde, bezeichnete der Kreis-Anzeiger diesen in seiner Printausgabe v. 06.07.2021 als „Das aus der Not geborene Kind“2In der „Online-Ausgabe“ erschien dieser dann mit der Überschrift [€] „Nach Spamer-Rückzug: Ulrich Majunke soll Bürgermeisterkandidat werden. Diese – m.M.n. absolut deplacierte (sic!) – Bezeichnung dürfte – wenn überhaupt – dann doch wohl eher auf den nunmehr nominierten SPD Kandidaten passen, wenn man sich die Historie dieser „Kandidatenfindung“ mal etwas näher betrachtet?!

Dass selbst die eigene Stadträtin nicht die einzige „Wunschkandidaten“ der Genossen war und – lt. Kreis-Anzeiger – „einige Gespräche mit Kandidaten, die dem Profil der SPD entsprochen haben“ stattgefunden haben, verwundert dann doch sehr. Veranlasst es doch zu der Vermutung, weder kompetente Leute in den eigenen Reihen zu haben noch dafür gesorgt zu haben, solche entsprechend „heranzuziehen“.

Dass man nun schon seit 2009 keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen zur BM-Wahl stellt … fragwürdig.
Dass man sich sogar „Auswärtiger“ bedienen musste … blamabel.
Den nunmehr nominierten als „nie die erste Wahl“3„Rolf Kleta war für die SPD dennoch nie die erste Wahl“ – Zitat Kreis-Anzeiger v. 12.07.2021, „SPD Büdingen im Angriffsmodus„[€] hinzustellen … ein Armutszeugnis.

Dass es Absagen hagelte … wenig erstaunlich. Wem die Historie einer Büdinger SPD BM Kandidatensuche bekannt ist, lässt – verständlicherweise – besser die Finger davon.

Die erste Stadträtin kocht ihr Süpplein – nach aktuellem Stand – demnach also auch bald wieder in Glauburg.

Nun also Kleta. Nicht nur aus der Kernstadt, sondern auch aus den eigenen Reihen. Kein Unbekannter in der Büdinger Kommunalpolitik. Seit 10 Jahren nun schon in der Stadtverordnetenversammlung dabei. Er „will“, ist „vorstellig“ geworden. Angeblich 2 Wochen vor dieser Versammlung, auf der man eigentlich mitteilen wollte, keinen gefunden zu haben, der’s „macht“.

Die ersten Aussagen lassen aufhorchen:

„Ich bin kein Zählkandidat. Ich will der erste Diener der Stadt werden.“ 
„Wir wollen in Büdingen keine Politik für Fürsten, Investoren und Unternehmen machen…“, beginnt er und fährt nach einer Pause fort: „… aber eben auch für sie, denn sie sind Teil der Gesellschaft.“

Diese „Fürsten“, „Investoren“ und „Unternehmen“ finanzieren – ganz nebenbei angemerkt – nicht nur zu einem Gros so manche politischen Sperenzchen mit, sondern sorgen u.a. für Arbeitsplätze, Lohn- und Gewerbesteuer, dienen sogar ungefragt (sic!) als „Aushängeschild“ für diese Stadt, den Tourismus, sowie einer interkommunalen „Landesgartenschau“.

Ein Bürgermeister macht eigentlich auch keine „Politik“. Steht irgendwie im Widerspruch zu einem „erste Diener der Stadt“ oder? Als Verwaltungschef setzt er eigentlich das um, was die „Politik“ in den Gremien beschließt. Der Diensteid eines BM sollte doch zumindest nach 10-jähriger kommunalpolitischer Tätigkeit bekannt sein?! Darin ist übrigens auch von „unparteiisch“ die Rede … Nur mal so nebenbei …

Sollten daher die obigen Aussagen wirklich die überzeugte Einstellung sein, so dürfte er sich bereits schon in den Startlöchern disqualifiziert haben?!

Auch dürfte es vermutlich schwer werden, mit so einer Aussage noch den Fuß in die Tür, geschweige denn über die Schwelle ortsansässiger Unternehmen, Investoren und Fürsten zu kommen …


Beitragsbild: Iván Tamás / Pixabay

nebelkerze

„Diplomatisch“, „vernünftig“, „wertschätzend“, „positiv“, „bodenständig“, „loyal“.

So zumindest der erste Eindruck, wenn man diese Mitteilung liest, die wohl auch auf zahlreiche Zustimmung stieß:

Liebe Freunde!

Nach ereignisreichen Tagen noch einige Worte in eigener Sache. Viele haben mich in den vergangenen Tagen…

Posted by Thomas Appel on Tuesday, July 6, 2021

„Verantwortung“

„Last“, „Bürde“, „Scheitern“, „Angst“, „Pflicht“, „Zweifel“, „Versagen“, „Existenzangst“, „Rücksicht“, „Kraft“, „Zuversicht“, „Freude“, „Erfolg“, „Glück“, „Antrieb“, „Ansporn“ …

Je nach Lebensweg, hat es schon den Ein oder Anderen an die Grenzen des menschlich Machbaren gebracht. Die einen scheitern, andere wiederum wachsen über sich hinaus. Ein Wechselbad der Gefühle. In jeglicher Hinsicht. Es ist schwer, dieser tagtäglich gerecht zu werden. Sie lässt sich auch nicht beliebig ein- oder ausschalten, an- oder ablegen, sondern ist – gerade, wenn man auch noch Familie hat – omnipräsent.

Es ist daher nur logische Konsequenz, sich erst einmal zurückzuziehen, um über vieles erst einmal im stillen Kämmerlein gründlich nachzudenken. Gerade dann, wenn man vorhat, ein öffentliches Amt zu bekleiden. Die Zeit, um alle Für und Wider abzuwägen, zahlreiche Szenarien durchzuspielen und mit seinen Lieb(st)en durchzusprechen, sollte man sich nehmen und jedem zugestehen. Wer das alles schon mal „durch“ hat, weiß, wovon ich spreche.

Respekt daher für diejenigen, die sich für eine solche Kandidatur entscheiden. Ebensolchen Respekt aber auch denjenigen, die davon Abstand nehmen. Sowohl die eine als auch die andere Entscheidung wiegt schwer.

Um an dieser Stelle wieder auf die o.a. „Mitteilung in eigener Sache“ zurückzukommen … Text und Bild … Ein Widerspruch, bzw., wie der Lateiner zu sagen pflegt, das, was man als „contradictio in adiecto“1zu Deutsch: „Widerspruch in sich selbst“ bezeichnet.

Widerspruch

Einerseits die – absolut nachvollziehbare, ja, plausible – Definition vom Umgang, sowie eigenem Verständnis von „Verantwortung“. Andererseits die Veröffentlichung von Fotos der eigenen (minderjährigen) Kinder via „sozialer“ Netzwerke.

Noch dazu „öffentlich“. Und „öffentlich“ heißt bei „facebook“ nicht nur „öffentlich“, sondern ist es auch. Für jedermann. Sowohl mit als auch – in Teilen – ohne Benutzerkonto.

[Während bei „instagram“ die Privatsphäreeinstellung nur dahingehend einstellbar ist, das Benutzerkonto generell auf „privat“ zu setzen, bietet „facebook“ diverse Auswahlmöglichkeiten. Die Namen der Kinder, Geburtsdatum, sowie Geburtsort sowie Krankenhaus sind – in diesem Fall – für angemeldete Benutzerkonten ebenfalls einsehbar. So auch für mich, obwohl nicht miteinander „befreundet“. Fotos der Kinder findet man dort von klein auf.]

Sharenting“ i.V. mit der dargelegten „Verantwortung“ … Da gehen vermutlich dann doch die Ansichten meilenweit auseinander …

„Verantwortungsvoll“, sowie passend wäre, i.V. mit diesem persönlichen Text, daher einzig ein Foto von ihm gewesen.

Nebelkerze

Bei näherer Betrachtung des Textes kommt dieser – gewollt oder ungewollt – m.E. eher einer verbalen „Nebelkerze“2„rhetorisches Ablenkungsmanöver bzw. rhetorische Verschleierung eines Sachverhalts“ Def.: DWDS Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute näher als einem (überzeugten) „Statement“3zu Deutsch: „Stellungnahme“, „Aussage“, „Erklärung“, „Mitteilung“.

Zwischen den Zeilen liest sich dies allerdings etwas anders, so daß man sich ein bisserl Schmunzeln nicht verkneifen kann. Auch „Enttäuschung“, ja, sogar „Ärger“ kommen da (nicht ganz unberechtigt) zu Tage. Rhetorisch allerdings gut „versteckt“.

Als „der Loyale“4„Der Loyale Erlebt sich als treuer Zuarbeiter, der seinen Selbstwert aus seiner Loyalität und pflichtbewussten Arbeit schöpft. Genießt die Anerkennung seiner Chefs und handelt wertorientiert. Beziehungen, Partei und Grundwerte sind ihm wichtig, die Übereinstimmung mit ihnen durch seine Arbeit befriedigt ihn. Wägt gegebenenfalls zwischen der Verbundenheit mit Parteifreunden und den eigenen Wertvorstellungen ab. Zieht daraus bei zu starker innerer Konflikthaftigkeit Konsequenzen bis hin zum Rückzug oder Rücktritt. Wichtiger als die Rolle als Rampensau ist ihm wertebezogene inhaltliche Arbeit.“ Zitat: „Typologie der „Zweiten Reihe““, Micha Hilgers diese Bühne zu verlassen, ehe er sie noch richtig betreten hat, gebührt zumindest für die Rhetorik Respekt.


Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

candidatus dignus

Nun also „Ring frei für Uli“ …

Mit der Entscheidung, Ulrich Majunke in den Ring steigen zu lassen, hat die FWG, m.M.n. erstmals eine gute und vernünftige Entscheidung getroffen, sowie einen würdigen Kandidaten nominiert.

Einem, der seine eigenen Fußspuren hinterlässt und nicht in die Fußspuren seines Vorgängers tritt.

Dass man dessen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden indirekt „lancierte“ und diesem dadurch eine gewisse Bekanntheit verschaffte, ist m.E. kein Grund, diesen im Anschluss als „kompetenten“ BM-Kandidaten zu präsentieren (Auch, wenn er genau bei dieser Stadt seine Verwaltungslehre absolviert hat).

Nun habe ich es ja generell so gar nicht mit Parteien. Auch bin ich alles andere als ein „Freund“ dieser FWG Büdingen. Aber, wie formulierte es schon Cicero: „Exceptio probat regulam in casibus non exceptis“ [zu Deutsch: „Die Ausnahme bestätigt die Regel in den nicht ausgenommenen Fällen.„], verkürzt: „Ausnahmen bestätigen die Regel“. Und für eine solche „Ausnahme“ halte ich eben auch diesen Kandidaten. Punkt.

Dieses Amt ist – auch wenn in der Öffentlichkeit immer gerne anders gesehen – ein trockener „Verwaltungsjob“. Und dieser ist von Verwaltungsabläufen geprägt. Ein Gerüst, bestehend aus Formalien, Beschlüssen, Gesetzen, Rechts- und Durchführungsverordnungen gehören zum Tagesgeschäft. Schlußendlich ist hier eine Gemeinde mit 22.8081Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden Einwohnern in insgesamt 16 Stadtteilen zu verwalten. Tendenz steigend.

Fotos und Phrasendrescherei à là „wie schön ist doch Büdingen“ sind Stadtmarketing. Auch für die Repräsentation der Stadt zeichnet formaljuristisch ein hauptamtlicher Stadtrat Verantwortung (den wir (noch) hier in Büdingen haben). „Das“ sollte sich so mancher mal vor Augen führen.

Es ärgert mich immer wieder, wie die Bürger – aus Unkenntnis, sowie Desinteresse – das Amt eines Bürgermeisters betrachten. Diese Betrachtungsweise hat wenig mit der Realität denn Nostalgie vergangener Zeiten zu tun.

Verärgert bin ich auch ob der tendenziösen Art und Weise, wie dieser neue Kandidat via dem Kreis-Anzeiger vorgestellt wurde. Ich frage mich, was das soll(te).

Screenshots: Bild links: Online-Artikel [€] | Bild rechts: epaper, sowie Printausgabe v. 06.07.2021

[In Anbetracht der Tatsache, daß Erich der FWG einen Haufen vor die Tür 💩 hat, möge sich dieser – ganz entgegen seiner Art – doch bitte mit Äußerungen2„Der Rathauschef, der im Oktober 70 wird, saß stattdessen im Wirtseck, um mit seinem Amtsvorgänger Bernd Luft über gute alte Zeiten zu sprechen. Erst später hat Spamer die Versammlung der Freien Wähler besucht. „Die Vorgänge und die Entscheidung für Uli Majunke habe ich mit Verwunderung zur Kenntnis genommen“, sagt er.“ Zitat: Kreis-Anzeiger v. 06.07.2021[€] zur Kandidatur eines Kollegen in Zurückhaltung üben. Wäre aufgrund des „Dilemmas“, das er verursacht hat, an dieser Stelle wohl mehr als angebracht.]

„Ja, wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?“

Die Frage kam mir ad hoc in den Schädel, als ich den heutigen [05.07.2021] Regionalteil des „Kreis-Anzeiger“ las.

Mehr Fragen als Antworten – Bürgermeister Erich Spamers Verzicht auf erneute Kandidatur bleibt ein Rätsel / FWG und SPD positionieren sich mit Alternativen“ nebst Kommentar „Quo vadis, FWG?“ nimmt nahezu die komplette Seite 7 [€] ein. Fortsetzung folgt auf Seite 8 [€] mit „Rätselraten in Büdingen – Nach der überraschenden Rückzugs-Ankündigung von Bürgermeister Erich Spamer suchen Fraktionsvorsitzende nach Erklärungen und Motiven„, sowie [€] „„Du bist jetzt wohl Plan B“ – Nach kritischer Rede: Fraktionen attackieren FWG-Mann Thomas W. Appel / Parlament löst Wirtschaftsbeirat auf„.

Zu guter Letzt der nächste „Knaller“ auf Seite 9 [€] „Krätschmer verzichtet für Strauch – Damit hat niemand gerechnet: SPD Glauburg nominiert Büdingens Erste Stadträtin für die Bürgermeisterwahl am 26. September„.

Für solche „Bonbons“ müssen dann nun auch einmal die zahlreichen Pressemitteilungen (u.a. CDU Büdingen, Harris, FWG, Vereine, etc. pp.), die mehrheitlich in den letzten Monaten den täglichen Regionalteil prägten, schon mal Platz machen. Kann man ja auch – zum Wohle einer Berichterstattung – mal machen oder?

Screenshot e-Paper Kreis-Anzeiger v. 05.07.2021 / Fotos fehlen in der Online-Ausgabe des verlinkten Artikels [€]

Ja, ja … Da hat „unser“ Erich mit seiner Ankündigung, nicht mehr kandidieren zu wollen, ja mal wieder für mächtig Aufregung gesorgt. Die Fraktionsvorsitzenden in der Stadtverordnetenversammlung (ob das fehlende Bild des FWG Fraktionsvorsitzenden Ulrich Majunke, bzw. seines Stellvertreters (Thomas Appel) so beabsichtigt war?) suchen derweil „nach Erklärungen und Motiven“.

Von „Gerüchten, ob man in der FWG das Pferd wechselt“ (König, CDU), über Rückzug in den „wohlverdienten Ruhestand“ (Patzak, FDP), „Neuanfang“ (Cott, Grüne), bis zur „Einsicht, dass die Chancen gering sind, gewählt zu werden“ (Bähr, ProVernunft) ist alles dabei, um die Gerüchteküche weiter zu befeuern.

Über die Laus, die ihm tatsächlich über die Leber gelaufen ist und diese (m.M.n.) „Trotzreaktion“ hervorgerufen hat, bewahrt der Erich jedoch weiter Stillschweigen. „„Diejenigen, die betroffen sind, wissen Bescheid. Ich beschuldige und demontiere niemand. Das ist nicht meine Art“, sagt der 69-Jährige am Sonntagvormittag im Sitzungssaal des Rathauses.“ (Diejenigen, die ihn schon etwas länger (und näher) kennen, werden sich vermutlich ob dieser Aussage ungläubig die Augen gerieben haben.)

Fakt ist nun einmal, daß er in den nächsten Monaten den Rathaussessel räumen wird. Diesen Fakt hat „er“ und niemand anders nunmehr geschaffen. „Wann“ genau er dies allerdings tun wird, wird wohl (s)ein Geheimnis bleiben. Nach der Art und Weise seiner Ankündigung vom Freitag (02.07.2021) sollte man vielleicht auch hier mit einer Überraschung rechnen?!

Strauch kandidiert in Glauburg

Überraschend auch die Ambitionen der derzeit amtierenden Büdinger Ersten Stadträtin, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Nicht, wie man nun annehmen könnte, in Büdingen (22.808 Einwohner)2Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden, sondern in ihrer Heimatgemeinde Glauburg (3.064 Einwohner)3Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden.

[Dass sich ein – Pardon – schon allein fachlich hoffnungslos überforderter Scheid-Varisco kurzfristig als BM Kandidat in Büdingen ins Spiel gebracht hat, dürfte doch wohl eher als verfrühter Karnevalsscherz denn ernsthaft gemeint, zu werten gewesen sein?!]

An der Besoldung kann es wohl nicht liegen, denn mit ihrer Entscheidung, in Glauburg zu kandidieren, würde sie sich – im Falle einer erfolgreichen Wahl – u.a. auch von B2 auf A16 verschlechtern. Auch parteiintern etwas „suboptimal“, sowie mit Konfliktpotential, da der amtierende BM (seit 2009) auch Parteikollege, sowie ehem. Dienstvorgesetzter ist.

Obwohl anders geplant, macht der amtierende, obwohl ursprünglich für eine dritte Amtszeit kandidieren wollend, jedoch den Weg frei, um erneute Konflikte42003 kam es bei diesem Ortsverband schon einmal zu einer parteiinternen Kandidatur Dieser Konflikt schwelt bis dato nach. zu vermeiden. Summa summarum eine äußerst unangenehme, wenn nicht gar „peinliche“ Situation. Wohl weniger für jemanden, der „Verbundenheit“ durch „Ich bin das Enkelchen vom Sperlings Karl aus der Herrnstraße und dem Lisi aus der Schulstraße„[€] ausdrückt und sich – sollte ich es richtig verstanden haben – selbst mit der Darlegung seiner Ziele wohl etwas „blamiert“5„So waren auch viele der Ziele, die sie als Bürgermeisterin erreichen will und die sie auch auf vorbereiteten Karten austeilte, den Mitgliedern wohl bekannt – zum Teil sogar besser als Strauch selbst die konkreten Themen kannte. Immer wieder korrigierte oder ergänzte Krätschmer sie bei ihren Ausführungen. Sprach sie vom Ausbau der Kinderbetreuung und dass es notwendig sei, einen zweiten Kindergarten zu bauen, stellte er fest, dass dieser mindestens fünf Gruppen Platz bieten müsse. „In acht Tagen bringe ich die Vorlage ein.“ Erwähnte Strauch das geplante Baugebiet „Hinter dem Falltor“, korrigierte der ortsfremde Krätschmer die Einheimische Strauch „Hinter dem Falder“. Kreis-Anzeiger v. 06.07.2021, S. 18, sowie „online“[€] haben dürfte?!

An Krätschmer’s Stelle hätte ich es einfach mal auf eine parteiinterne „Kampfkandidatur“ ankommen lassen, zumal seine Wiederwahl wohl so gut wie sicher gewesen wäre?! Den Glauburgern sei gewünscht, daß sich ihnen bis zum 19.07.2021 noch eine weitere wählbare Alternative bietet.

Uns hier in Büdingen sei selbiges gewünscht.


Zitat (Überschrift): „Auf der Rennbahn“, 1946, Wilhelm Bendow / Franz-Otto Krüger | 1972, Loriot

Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

hasta la vista baby …

Freitag, 02.07.2021, kurz nach 20h … Anruf, in dem mir mitgeteilt wurde, daß „us Erich“ anlässlich der Stadtverordnetenversammlung, die dieses Mal um 20h begonnen hat, nach Feststellung der Beschlussfähigkeit eine „Bombe“ hat platzen lassen: Er wird nicht zur BM Wahl kandidieren, wünschte Benjamin Harris (CDU) alles Gute und teilte mit, daß er aufgrund dieser Ankündigung der heutigen Stadtverodnetenversammlung nicht beiwohnen wird. Nachdem er dies den Stadtverordneten mitgeteilt hat, verließ er die Versammlung.

Zurück blieben – so zumindest die Beschreibung – in kurzzeitiger Schockstarre verharrende Stadtverordnete. Selbst die Kollegen aus der eigenen Wählergemeinschaftsfraktion scheint diese Mitteilung eiskalt erwischt zu haben.

Kurz nach 21h ging’s dann offiziell über die üblichen „Kanäle“ …

Während sich ein allgemeines „Bedauern“ in Grenzen hielt (und nach wie vor noch hält), quittierten einige diese Nachricht spontan mit Zustimmung. Ehrlich gesagt, war diese Mitteilung auch für mich ein „innerer Reichsparteitag“ und ich war im ersten Moment geneigt, die Korken knallen zu lassen.

Bislang stand dieser BM-Wahlkampf m.E. ja wohl eher unter dem Motto „Pest oder Cholera“ … Welcher Teil davon nunmehr freiwillig die Segel gestrichen hat – und was nunmehr übrigbleibt – möge jeder für sich selbst entscheiden. Weder „war“ der – aktuell offiziell – verbleibende Kandidat 2015 noch „ist“ er – für mich – wählbar. Dies aufgrund meiner persönlichen Erfahrung(en). „Vom Regen in die Traufe“ kann ich da leider z.Zt. nur sagen.



Sollte also die FWG Büdingen ob dieser Mitteilung „ihres“ Erich, nunmehr einen anderen Kandidaten ins Rennen schicken – Zeit genug ist ja noch bis zum 19.07. – kann ich nur hoffen, daß nunmehr Uli Majunke in den Ring steigt und der „Sonnyboy“, der immer wieder mal als (potentieller) „Nachfolger“ gehandelt wird, dafür im Schrank bleibt.

Die Art und Weise, sowie der Zeitpunkt dieser Ankündigung des (noch) amtierenden Bürgermeisters ist – zumindest für mich – keine Überraschung.

Dass er mit dieser Ankündigung seiner eigenen Fraktion / Wählergemeinschaft sowohl in die Parade fährt als auch einen kräftigen Hocker vor die Tür gesch***** hat, veranlasst zu der Vermutung, daß es wohl doch nicht so harmonisch bei dieser „FWG“ zugeht, wie immer wieder suggiert wird. Diese – Pardon – „unrühmlich“ anmutende Kandidaturrücknahme könnte daher „hausgemacht“ sein.

 

 

Dass „weder private noch gesundheitliche Gründe mit seiner Entscheidung zu tun hätten. Auch die Hochwasserkatastrophe Ende Januar, für die Spamer damals die politische Verantwortung übernommen hatte“ eine Rolle spielen würde und er „über den Hintergrund momentan nicht sprechen wolle„, eröffnet m.E. zumindest reichlich Raum für Spekulationen.

Was letztendlich die wahren Beweggründe waren, wird die Zeit zeigen. Die Zeichen stehen z.Zt. zumindest wohl eher auf „Flucht“ denn geordneten Rückzug?!

Man kann „unserem“ Bürgermeister ja so manches unterstellen. Aber Stil gehört nun nicht dazu. Dieses Manko macht diesen „Auftritt“ aber zumindest plausibel.


 

Beitragsbild: Gerd Altmann / Pixabay