Tagesarchiv 04/08/2021

R.i.F. Wirtschaftsbeirat

Stadtverordnetenversammlung v. 02.07.2021, TOP 26. Antrag der FWG-Fraktion, betr.: Beirat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing | Vorlage: ANFWG/008/2021. Mit 30 „Ja“-Stimmen und 1 Enthaltung wurde die Auflösung des „Beirat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing“ einstimmig durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Was an Punkten noch offen war, wird mitsamt der Anträge aus diesem Beirat nun in den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

Die Entfernung des Gremiums aus dem Bürgerinformationsportal der Stadt Büdingen am frühen Abend des 03.08.2021 setzt nunmehr endgültig den Schlußstrich unter ein Gremium, in dem – lt. Thomas W. Appel (FWG) – „in sechs Jahren rein gar nichts passiert“ ist und man über weite Strecken damit beschäftigt war, sich den Stand der Vorjahressitzungen in Erinnerung zu rufen.

Ein Gremium, das lt. Appel (FWG) „auf Bestreben der CDU gegründet“, seit 23.09.2015 existierte, an die Wand gefahren wurde und dessen Auflösung lt. König (CDU) nun nichts anderes mehr als „Formalie sei“.

So also das „Schicksal“ eines Gremiums, das zur Chefsache des amtierenden Bürgermeisters erklärt, unter dem Vorsitz eines CDU Bürgermeisterkandidaten geführt, sowie von „geringem Interesse aus den Fraktionen1Wolfgang Patzak (FDP) erklärte, er halte grundsätzlich nicht viel von Beiräten, daher habe er nichts gegen die Auflösung. Ganz so schlecht seien die Aktivitäten aber nicht gewesen, meinte er. Geschuldet seien die Verzögerungen auch einer Abstimmungspanne, der Corona-Krise und geringem Interesse aus den Fraktionen.“ | Kreis-Anzeiger v. 04.07.2021 [€] geprägt war.

Dass der (nunmehr „ehem.“) Vorsitzende Harris bei Auflösung des Gremiums, dem er jahrelang vorstand, wegen Urlaubs nicht anwesend war, mag – zugegebenermaßen – etwas befremdlich, jedoch nicht „verwerflich“ sein.

Dass aber eben jener Harris die Wirtschaftsförderung in seinem Wahlkampf zu einem seiner Leitthemen macht, von „Innovation“ und „Potenziale zu nutzen und zu kommunizieren“ schwadroniert, grenzt – im Zusammenhang mit diesem Wirtschaftsbeirat – an Zynismus.

6 Jahre (09/2015 – 07/2021), in denen er – als verantwortlicher Vorsitzender – mit diesem Gremium die Möglichkeit hatte, „Büdingen als attraktiven Standort für innovative Unternehmen bekannter“ zu machen, „die Ansiedlung neuer Unternehmen“ zu fördern, die „Digitalisierung von Unternehmen und Verwaltung, schnelles Internet oder eine Vernetzung von Stadt und Unternehmen mit Hochschulen“ voranzubringen und Büdingen „zu einem kreativen und innovativen Zentrum in der Region“ werden zu lassen.

Dies hätte wohl aber auch etwas mehr als die 13 Std., 10 min. an Gremienarbeit erfordert, die zeitlich dafür aufgewendet worden sind. Vom Zeitaufwand der eigentlichen Arbeit der Umsetzung mal ganz zu schweigen …

Die Realität210 Gremiensitzungen mit einer Sitzungsdauer von ø 1Std., 20min. im Zeitraum 09/2015 – 07/2021 | Abstimmungspannen | Corona-Krise | mutmaßlich den Bitten, frühzeitig und regelmäßiger einzuladen, nicht nachgekommen | Zeit verschwendet, weil man damit beschäftigt war, sich den Stand der Vorjahressitzung in Erinnerung zu rufen (gab es keine Protokolle, bzw. entsprechende Vorlagen, etc.?) der Auflösung dieses Gremiums wegen Untätigkeit, dürfte daher wohl nicht nur die o.a. Wahlkampftirade ad absurdum führen, sondern weitere Fragen aufwerfen.

Wenn sich ein Bürgermeister erneut einer Wahl stellt, muß er sich im Zuge seines Wahlkampfes selbstverständlich auch an seiner bisherigen Amtszeit messen lassen. Selbiges muß daher auch für Kandidaten gelten, die kommunalpolitisch tätig waren, bzw. sind. Und diese spricht nicht „für“ diesen Kandidaten.


Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay