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R.i.F. Wirtschaftsbeirat

Stadtverordnetenversammlung v. 02.07.2021, TOP 26. Antrag der FWG-Fraktion, betr.: Beirat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing | Vorlage: ANFWG/008/2021. Mit 30 „Ja“-Stimmen und 1 Enthaltung wurde die Auflösung des „Beirat für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing“ einstimmig durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Was an Punkten noch offen war, wird mitsamt der Anträge aus diesem Beirat nun in den Haupt- und Finanzausschuss überwiesen.

Die Entfernung des Gremiums aus dem Bürgerinformationsportal der Stadt Büdingen am frühen Abend des 03.08.2021 setzt nunmehr endgültig den Schlußstrich unter ein Gremium, in dem – lt. Thomas W. Appel (FWG) – „in sechs Jahren rein gar nichts passiert“ ist und man über weite Strecken damit beschäftigt war, sich den Stand der Vorjahressitzungen in Erinnerung zu rufen.

Ein Gremium, das lt. Appel (FWG) „auf Bestreben der CDU gegründet“, seit 23.09.2015 existierte, an die Wand gefahren wurde und dessen Auflösung lt. König (CDU) nun nichts anderes mehr als „Formalie sei“.

So also das „Schicksal“ eines Gremiums, das zur Chefsache des amtierenden Bürgermeisters erklärt, unter dem Vorsitz eines CDU Bürgermeisterkandidaten geführt, sowie von „geringem Interesse aus den Fraktionen1Wolfgang Patzak (FDP) erklärte, er halte grundsätzlich nicht viel von Beiräten, daher habe er nichts gegen die Auflösung. Ganz so schlecht seien die Aktivitäten aber nicht gewesen, meinte er. Geschuldet seien die Verzögerungen auch einer Abstimmungspanne, der Corona-Krise und geringem Interesse aus den Fraktionen.“ | Kreis-Anzeiger v. 04.07.2021 [€] geprägt war.

Dass der (nunmehr „ehem.“) Vorsitzende Harris bei Auflösung des Gremiums, dem er jahrelang vorstand, wegen Urlaubs nicht anwesend war, mag – zugegebenermaßen – etwas befremdlich, jedoch nicht „verwerflich“ sein.

Dass aber eben jener Harris die Wirtschaftsförderung in seinem Wahlkampf zu einem seiner Leitthemen macht, von „Innovation“ und „Potenziale zu nutzen und zu kommunizieren“ schwadroniert, grenzt – im Zusammenhang mit diesem Wirtschaftsbeirat – an Zynismus.

6 Jahre (09/2015 – 07/2021), in denen er – als verantwortlicher Vorsitzender – mit diesem Gremium die Möglichkeit hatte, „Büdingen als attraktiven Standort für innovative Unternehmen bekannter“ zu machen, „die Ansiedlung neuer Unternehmen“ zu fördern, die „Digitalisierung von Unternehmen und Verwaltung, schnelles Internet oder eine Vernetzung von Stadt und Unternehmen mit Hochschulen“ voranzubringen und Büdingen „zu einem kreativen und innovativen Zentrum in der Region“ werden zu lassen.

Dies hätte wohl aber auch etwas mehr als die 13 Std., 10 min. an Gremienarbeit erfordert, die zeitlich dafür aufgewendet worden sind. Vom Zeitaufwand der eigentlichen Arbeit der Umsetzung mal ganz zu schweigen …

Die Realität210 Gremiensitzungen mit einer Sitzungsdauer von ø 1Std., 20min. im Zeitraum 09/2015 – 07/2021 | Abstimmungspannen | Corona-Krise | mutmaßlich den Bitten, frühzeitig und regelmäßiger einzuladen, nicht nachgekommen | Zeit verschwendet, weil man damit beschäftigt war, sich den Stand der Vorjahressitzung in Erinnerung zu rufen (gab es keine Protokolle, bzw. entsprechende Vorlagen, etc.?) der Auflösung dieses Gremiums wegen Untätigkeit, dürfte daher wohl nicht nur die o.a. Wahlkampftirade ad absurdum führen, sondern weitere Fragen aufwerfen.

Wenn sich ein Bürgermeister erneut einer Wahl stellt, muß er sich im Zuge seines Wahlkampfes selbstverständlich auch an seiner bisherigen Amtszeit messen lassen. Selbiges muß daher auch für Kandidaten gelten, die kommunalpolitisch tätig waren, bzw. sind.


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Giftspritzen

Weil die Büdinger Grünen – was mich nicht wundert – nach wie vor keinen aus ihren eigenen Reihen ins Rennen um die Rathausspitze schicken können, tun sie halt das einzige, was sie wirklich „können“. Provokant und überheblich (re)agieren:

Bei „der“ geballten Kompetenz, die die Büdinger Grünen – meist ungefragt – immer wieder zum Besten geben, wäre ein grüner BM-Kandidat (m/w/d) doch eigentlich „die“ Möglichkeit gewesen, zahlreiche Kritiker Lügen zu strafen.

An dieser Stelle verstummt jedoch – wenn’s um so eine Kandidatur geht, noch dazu einer weiblichen – selbst eine „Krawallschachtel“1„[…] Da behauptet die ohne zwingenden Grund, ohne nen Anlass behauptet die einfach, dass wir Rechtspopulisten sind. Aus heiterem Him Himmel beleidigt diese linke Dame uns als Rechtspopulisten. In der letzten Sitzung gab ich ihr nochemal die die Möglichkeit, sich für diese Aussage zu entschuldigen, was sie natürlich nicht für notwendig er erachtet hat hatte. So steht diese Behauptung dieser Krawallschachtel noch immer im Raum. (Gelächter, spöttischer Applaus) […]“ Stadtverordnetenversammlung v. 10.06.2016, Wolfgang Faust (ProVernunft).

Man darf also mal gespannt sein, was die Grünen diesmal wohl auf die übliche Frage „Und wen unterstützen die Grünen?“2[…]“Die Tendenz geht klar zu Erich Spamer“, sagt Fraktionschef Joachim Cott. Die anderen Kandidaten seien keine Alternativen.“ | Kreis-Anzeiger v. 05.09.2015, „Land, Leben, Leute“, „Politik ist sexy“, Björn Leo antworten werden, nachdem ein Erich Spamer nicht mehr kandidiert.

Vermutlich so, wie es Frau Preißer (FDP) seinerzeit getan hat: „Es gibt sechs Kandidaten. Der Bürger wird wohl in der Lage sein, sich einen auszuwählen.“3„Schließlich noch Dorothea Preißer. Sie sagt nüchtern: „Es gibt sechs Kandidaten.Der Bürger wird wohl in der Lagesein, sich einen auszuwählen.“ Die FDP gibt jedenfalls auch keine Wahlempfehlungab. Eine Stichwahl wird es wohl geben,vermutet Preißer.“ | Kreis-Anzeiger v. 05.09.2015, „Land, Leben, Leute“, „Politik ist sexy“, Björn Leo


Bild: D Mz / Pixabay

Sechs

19.07.2021, 18 Uhr. Abgabefrist zur Einreichung der Bewerbungsunterlagen für das Amt des Bürgermeisters. 6 Personen haben ihre Unterlagen abgegeben. 5 Namen sind bereits bekannt, das „Geheimnis“ um den sechsten Bewerber dürfte dann am 30.07.2021 um 18 Uhr gelüftet werden, wenn alle Unterlagen überprüft wurden und der Gemeindewahlausschuss offiziell mitteilen wird, daß – vermutlich – alle Wahlvorschläge zugelassen werden.

Während im benachbarten Glauburg die (noch) amtierende Büdinger Stadträtin Strauch bislang Alleinkandidatin war, hat sie mit dem 19.07. nunmehr eine Kontrahentin vorgesetzt bekommen. Dürfte daher in Glauburg nicht uninteressant werden. Und während in der kleinen Nachbargemeinde der Bürgermeisterwahlkampf stark östrogenlastig ist, wird das hier in Büdingen vermutlich – mit einer Ausnahme (2015) – wohl wieder einmal ein reines „Testosteronschaulaufen“.

Die sozialen Netzwerke sind nicht nur eine prima Informationsquelle, sondern natürlich auch Möglichkeit, Eigenwerbung und somit „Wahlkampf“ zu veranstalten, was die Protagonisten auch tun. Der eine mehr, der andere weniger … zumindest bis jetzt.

„Größere Reichweite“, „kostengünstig“, „schnell“, „informativ“ … nicht zu unterschätzende Faktoren. Dies weiß inzwischen wohl auch die Presse zu schätzen und so findet sich z.B. dann auch so manch‘ Kommentar unter Beiträgen der BM Kandidaten als Zitat in der aktuellen Berichterstattung – zumeist hinter einer Bezahlschranke – wieder.

30.07.2021, 18 Uhr. Der Wahlausschuss hat alle 6 Bewerber zur Wahl zugelassen. Im Amtsblatt vom 02.08.2021 wurden nunmehr die offiziell zugelassenen Wahlvorschläge veröffentlicht. Kandidaten sind nunmehr:

  1. Harris, Benjamin (Sozialversicherungskaufmann) | CDU
  2. Kleta, Rolf (Angestellter) | SPD
  3. Mai, Robin (Selbständig) | FDP
  4. Lachmann, Daniel (Geschäftsführer) | NPD
  5. Zielenkiewitz, Stefan (Freiberuflicher Standort- u. Unternehmensberater) | Einzelbewerber
  6. Majunke, Ulrich (Selbständig) | Einzelbewerber (FWG)

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Attacke!

„Friede, Freude, Eierkuchen“ in Ruhe und Harmonie verweilend … „Läuft“ bei den Genossen …

Etwas anders hört sich allerdings diese Jahreshauptversammlung der Büdinger Genossen im heutigen (12.07.2021) Kreis-Anzeiger an.

SPD Büdingen im Angriffsmodus“ [€] titelt dieser. Da ist die Rede von „Angriffsmodus“; „Kampflos“ will man „das Feld der politischen Konkurrenz künftig nicht mehr überlassen“; „die SPD nämlich in vielen Dörfern überhaupt keine Rolle mehr spielt“ …

Auch, dass man bei der diesjährigen Kommunalwahl 1 Sitz in der Stadtverordnetenversammlung verloren hat, „nervt“ – lt. Kreis-Anzeiger – die Genossen wohl sehr. Es dürfte wohl auch der schlichten Tatsache geschuldet, daß sich der Abstand zu einer CDU i. Vgl. zu 2016 nahezu verdoppelt1[2016: Differenz 4,91%2021: Differenz 9,71%] hat, was den Genossen wohl zusätzlich schwer im Magen liegen dürfte?!

„Angriffsmodus“ soll es also nun sein. „Kampfansage“ der neu gewählten / nominierten „roten Front“.

Boris Winter

Lt. Kreis-Anzeiger verkörpere der – 46-jährig – neu gewählte Vorsitzende „einen neuen Typus“, ohne diesen näher zu charakterisieren.
Also, erst einmal dürfte dieser „Typus“ nichts Neues sein. „Radikale“, „Extremisten“ und „Fanatiker“ gab, gibt und wird es immer in politischen Gruppierungen geben.

Dass man solchen „Typen“ aber nunmehr – auf hiesiger kommunaler Ebene – das Ruder überlässt, ist allerdings ein Novum. Zeigt aber auch sehr eindrucksvoll, wie sehr man doch „kämpft“ und sich der Tatsache bewußt ist, sich (politisch) seit Jahren schon auf einem absteigenden Ast zu befinden.

Man organisiert sich also „neu“. Kurs- und Ruderwechsel, indem man sich eines solchen „Typus“ bedient. Einem, der publikumswirksam zur (SPD) Fahne greift, diese der „Versammlung präsentiert und sagt: „Dafür möchte ich eintreten.“

Da geht den Genossen doch das Herz auf, wie einem alten Schlappen die Naht …

An Theatralik sowie Populismus kaum noch zu überbieten. Aber gut … die „Geste“ zählt.

Rolf Kleta

Als Ulrich Majunke von der FWG zum Bürgermeisterkandidaten nominiert wurde, bezeichnete der Kreis-Anzeiger diesen in seiner Printausgabe v. 06.07.2021 als „Das aus der Not geborene Kind“2In der „Online-Ausgabe“ erschien dieser dann mit der Überschrift [€] „Nach Spamer-Rückzug: Ulrich Majunke soll Bürgermeisterkandidat werden. Diese – m.M.n. absolut deplacierte (sic!) – Bezeichnung dürfte – wenn überhaupt – dann doch wohl eher auf den nunmehr nominierten SPD Kandidaten passen, wenn man sich die Historie dieser „Kandidatenfindung“ mal etwas näher betrachtet?!

Dass selbst die eigene Stadträtin nicht die einzige „Wunschkandidaten“ der Genossen war und – lt. Kreis-Anzeiger – „einige Gespräche mit Kandidaten, die dem Profil der SPD entsprochen haben“ stattgefunden haben, verwundert dann doch sehr. Veranlasst es doch zu der Vermutung, weder kompetente Leute in den eigenen Reihen zu haben noch dafür gesorgt zu haben, solche entsprechend „heranzuziehen“.

Dass man nun schon seit 2009 keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen zur BM-Wahl stellt … fragwürdig.
Dass man sich sogar „Auswärtiger“ bedienen musste … blamabel.
Den nunmehr nominierten als „nie die erste Wahl“3„Rolf Kleta war für die SPD dennoch nie die erste Wahl“ – Zitat Kreis-Anzeiger v. 12.07.2021, „SPD Büdingen im Angriffsmodus„[€] hinzustellen … ein Armutszeugnis.

Dass es Absagen hagelte … wenig erstaunlich. Wem die Historie einer Büdinger SPD BM Kandidatensuche bekannt ist, lässt – verständlicherweise – besser die Finger davon.

Die erste Stadträtin kocht ihr Süpplein – nach aktuellem Stand – demnach also auch bald wieder in Glauburg.

Nun also Kleta. Nicht nur aus der Kernstadt, sondern auch aus den eigenen Reihen. Kein Unbekannter in der Büdinger Kommunalpolitik. Seit 10 Jahren nun schon in der Stadtverordnetenversammlung dabei. Er „will“, ist „vorstellig“ geworden. Angeblich 2 Wochen vor dieser Versammlung, auf der man eigentlich mitteilen wollte, keinen gefunden zu haben, der’s „macht“.

Die ersten Aussagen lassen aufhorchen:

„Ich bin kein Zählkandidat. Ich will der erste Diener der Stadt werden.“ 
„Wir wollen in Büdingen keine Politik für Fürsten, Investoren und Unternehmen machen…“, beginnt er und fährt nach einer Pause fort: „… aber eben auch für sie, denn sie sind Teil der Gesellschaft.“

Diese „Fürsten“, „Investoren“ und „Unternehmen“ finanzieren – ganz nebenbei angemerkt – nicht nur zu einem Gros so manche politischen Sperenzchen mit, sondern sorgen u.a. für Arbeitsplätze, Lohn- und Gewerbesteuer, dienen sogar ungefragt (sic!) als „Aushängeschild“ für diese Stadt, den Tourismus, sowie einer interkommunalen „Landesgartenschau“.

Ein Bürgermeister macht eigentlich auch keine „Politik“. Steht irgendwie im Widerspruch zu einem „erste Diener der Stadt“ oder? Als Verwaltungschef setzt er eigentlich das um, was die „Politik“ in den Gremien beschließt. Der Diensteid eines BM sollte doch zumindest nach 10-jähriger kommunalpolitischer Tätigkeit bekannt sein?! Darin ist übrigens auch von „unparteiisch“ die Rede … Nur mal so nebenbei …

Sollten daher die obigen Aussagen wirklich die überzeugte Einstellung sein, so dürfte er sich bereits schon in den Startlöchern disqualifiziert haben?!

Auch dürfte es vermutlich schwer werden, mit so einer Aussage noch den Fuß in die Tür, geschweige denn über die Schwelle ortsansässiger Unternehmen, Investoren und Fürsten zu kommen …


Beitragsbild: Iván Tamás / Pixabay

nebelkerze

„Diplomatisch“, „vernünftig“, „wertschätzend“, „positiv“, „bodenständig“, „loyal“.

So zumindest der erste Eindruck, wenn man diese Mitteilung liest, die wohl auch auf zahlreiche Zustimmung stieß:

Liebe Freunde!

Nach ereignisreichen Tagen noch einige Worte in eigener Sache. Viele haben mich in den vergangenen Tagen…

Posted by Thomas Appel on Tuesday, July 6, 2021

„Verantwortung“

„Last“, „Bürde“, „Scheitern“, „Angst“, „Pflicht“, „Zweifel“, „Versagen“, „Existenzangst“, „Rücksicht“, „Kraft“, „Zuversicht“, „Freude“, „Erfolg“, „Glück“, „Antrieb“, „Ansporn“ …

Je nach Lebensweg, hat es schon den Ein oder Anderen an die Grenzen des menschlich Machbaren gebracht. Die einen scheitern, andere wiederum wachsen über sich hinaus. Ein Wechselbad der Gefühle. In jeglicher Hinsicht. Es ist schwer, dieser tagtäglich gerecht zu werden. Sie lässt sich auch nicht beliebig ein- oder ausschalten, an- oder ablegen, sondern ist – gerade, wenn man auch noch Familie hat – omnipräsent.

Es ist daher nur logische Konsequenz, sich erst einmal zurückzuziehen, um über vieles erst einmal im stillen Kämmerlein gründlich nachzudenken. Gerade dann, wenn man vorhat, ein öffentliches Amt zu bekleiden. Die Zeit, um alle Für und Wider abzuwägen, zahlreiche Szenarien durchzuspielen und mit seinen Lieb(st)en durchzusprechen, sollte man sich nehmen und jedem zugestehen. Wer das alles schon mal „durch“ hat, weiß, wovon ich spreche.

Respekt daher für diejenigen, die sich für eine solche Kandidatur entscheiden. Ebensolchen Respekt aber auch denjenigen, die davon Abstand nehmen. Sowohl die eine als auch die andere Entscheidung wiegt schwer.

Um an dieser Stelle wieder auf die o.a. „Mitteilung in eigener Sache“ zurückzukommen … Text und Bild … Ein Widerspruch, bzw., wie der Lateiner zu sagen pflegt, das, was man als „contradictio in adiecto“1zu Deutsch: „Widerspruch in sich selbst“ bezeichnet.

Widerspruch

Einerseits die – absolut nachvollziehbare, ja, plausible – Definition vom Umgang, sowie eigenem Verständnis von „Verantwortung“. Andererseits die Veröffentlichung von Fotos der eigenen (minderjährigen) Kinder via „sozialer“ Netzwerke.

Noch dazu „öffentlich“. Und „öffentlich“ heißt bei „facebook“ nicht nur „öffentlich“, sondern ist es auch. Für jedermann. Sowohl mit als auch – in Teilen – ohne Benutzerkonto.

[Während bei „instagram“ die Privatsphäreeinstellung nur dahingehend einstellbar ist, das Benutzerkonto generell auf „privat“ zu setzen, bietet „facebook“ diverse Auswahlmöglichkeiten. Die Namen der Kinder, Geburtsdatum, sowie Geburtsort sowie Krankenhaus sind – in diesem Fall – für angemeldete Benutzerkonten ebenfalls einsehbar. So auch für mich, obwohl nicht miteinander „befreundet“. Fotos der Kinder findet man dort von klein auf.]

Sharenting“ i.V. mit der dargelegten „Verantwortung“ … Da gehen vermutlich dann doch die Ansichten meilenweit auseinander …

„Verantwortungsvoll“, sowie passend wäre, i.V. mit diesem persönlichen Text, daher einzig ein Foto von ihm gewesen.

Nebelkerze

Bei näherer Betrachtung des Textes kommt dieser – gewollt oder ungewollt – m.E. eher einer verbalen „Nebelkerze“2„rhetorisches Ablenkungsmanöver bzw. rhetorische Verschleierung eines Sachverhalts“ Def.: DWDS Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute näher als einem (überzeugten) „Statement“3zu Deutsch: „Stellungnahme“, „Aussage“, „Erklärung“, „Mitteilung“.

Zwischen den Zeilen liest sich dies allerdings etwas anders, so daß man sich ein bisserl Schmunzeln nicht verkneifen kann. Auch „Enttäuschung“, ja, sogar „Ärger“ kommen da (nicht ganz unberechtigt) zu Tage. Rhetorisch allerdings gut „versteckt“.

Als „der Loyale“4„Der Loyale Erlebt sich als treuer Zuarbeiter, der seinen Selbstwert aus seiner Loyalität und pflichtbewussten Arbeit schöpft. Genießt die Anerkennung seiner Chefs und handelt wertorientiert. Beziehungen, Partei und Grundwerte sind ihm wichtig, die Übereinstimmung mit ihnen durch seine Arbeit befriedigt ihn. Wägt gegebenenfalls zwischen der Verbundenheit mit Parteifreunden und den eigenen Wertvorstellungen ab. Zieht daraus bei zu starker innerer Konflikthaftigkeit Konsequenzen bis hin zum Rückzug oder Rücktritt. Wichtiger als die Rolle als Rampensau ist ihm wertebezogene inhaltliche Arbeit.“ Zitat: „Typologie der „Zweiten Reihe““, Micha Hilgers diese Bühne zu verlassen, ehe er sie noch richtig betreten hat, gebührt zumindest für die Rhetorik Respekt.


Beitragsbild: Here and now, unfortunately, ends my journey on Pixabay / Pixabay

hasta la vista baby …

Freitag, 02.07.2021, kurz nach 20h … Anruf, in dem mir mitgeteilt wurde, daß „us Erich“ anlässlich der Stadtverordnetenversammlung, die dieses Mal um 20h begonnen hat, nach Feststellung der Beschlussfähigkeit eine „Bombe“ hat platzen lassen: Er wird nicht zur BM Wahl kandidieren, wünschte Benjamin Harris (CDU) alles Gute und teilte mit, daß er aufgrund dieser Ankündigung der heutigen Stadtverodnetenversammlung nicht beiwohnen wird. Nachdem er dies den Stadtverordneten mitgeteilt hat, verließ er die Versammlung.

Zurück blieben – so zumindest die Beschreibung – in kurzzeitiger Schockstarre verharrende Stadtverordnete. Selbst die Kollegen aus der eigenen Wählergemeinschaftsfraktion scheint diese Mitteilung eiskalt erwischt zu haben.

Kurz nach 21h ging’s dann offiziell über die üblichen „Kanäle“ …

Während sich ein allgemeines „Bedauern“ in Grenzen hielt (und nach wie vor noch hält), quittierten einige diese Nachricht spontan mit Zustimmung. Ehrlich gesagt, war diese Mitteilung auch für mich ein „innerer Reichsparteitag“ und ich war im ersten Moment geneigt, die Korken knallen zu lassen.

Bislang stand dieser BM-Wahlkampf m.E. ja wohl eher unter dem Motto „Pest oder Cholera“ … Welcher Teil davon nunmehr freiwillig die Segel gestrichen hat – und was nunmehr übrigbleibt – möge jeder für sich selbst entscheiden. Weder „war“ der – aktuell offiziell – verbleibende Kandidat 2015 noch „ist“ er – für mich – wählbar. Dies aufgrund meiner persönlichen Erfahrung(en). „Vom Regen in die Traufe“ kann ich da leider z.Zt. nur sagen.



Sollte also die FWG Büdingen ob dieser Mitteilung „ihres“ Erich, nunmehr einen anderen Kandidaten ins Rennen schicken – Zeit genug ist ja noch bis zum 19.07. – kann ich nur hoffen, daß nunmehr Uli Majunke in den Ring steigt und der „Sonnyboy“, der immer wieder mal als (potentieller) „Nachfolger“ gehandelt wird, dafür im Schrank bleibt.

Die Art und Weise, sowie der Zeitpunkt dieser Ankündigung des (noch) amtierenden Bürgermeisters ist – zumindest für mich – keine Überraschung.

Dass er mit dieser Ankündigung seiner eigenen Fraktion / Wählergemeinschaft sowohl in die Parade fährt als auch einen kräftigen Hocker vor die Tür gesch***** hat, veranlasst zu der Vermutung, daß es wohl doch nicht so harmonisch bei dieser „FWG“ zugeht, wie immer wieder suggiert wird. Diese – Pardon – „unrühmlich“ anmutende Kandidaturrücknahme könnte daher „hausgemacht“ sein.

 

 

Dass „weder private noch gesundheitliche Gründe mit seiner Entscheidung zu tun hätten. Auch die Hochwasserkatastrophe Ende Januar, für die Spamer damals die politische Verantwortung übernommen hatte“ eine Rolle spielen würde und er „über den Hintergrund momentan nicht sprechen wolle„, eröffnet m.E. zumindest reichlich Raum für Spekulationen.

Was letztendlich die wahren Beweggründe waren, wird die Zeit zeigen. Die Zeichen stehen z.Zt. zumindest wohl eher auf „Flucht“ denn geordneten Rückzug?!

Man kann „unserem“ Bürgermeister ja so manches unterstellen. Aber Stil gehört nun nicht dazu. Dieses Manko macht diesen „Auftritt“ aber zumindest plausibel.


 

Beitragsbild: Gerd Altmann / Pixabay

Auf’m woodway

[Oder: Anglizismen sind einfach doof]

Zeit für einen „Frühjahrsputz“ (der anderen Art)

Sie haben Ihre „shapewear“ beim letzten „Sale“ zum absoluten „special price“ bekommen? Ihr „Outfit“ liegt immer im „Trend“? Sie haben den letzten „Shitstorm“ auf einen „celebrity“ gar nicht mitbekommen? Das „trash Fernsehen“ ist nicht mehr zu ertragen und das „voting“ für „Best Christmas City“ haben sie auch verpasst? Um sich vor der „Spider App“ zu schützen, haben Sie Ihrem „Smartphone“ ein „Hardcover“ verpasst? An „meetings“ nehmen Sie zur Zeit vom „Home Office“ aus teil?

Sie konnten das oben genannte Beispiel ohne Probleme verstehen? Herzlichen Glückwunsch. Sie sprechen perfekt Denglisch.

Diese Unart, englische Termini zu verwenden, gar zu „verdeutschen“, geht mir schon lange auf den Nerv.

Wenn ich z.B. „Landeselternbeirat schlägt Alarm wegen Homeschooling“ oder „Homeschooling: Überlastung und neue Chance“ in der deutschen Presse lese, komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Ist „Hausunterricht“ etwa zu profan, zu „Deutsch“?

Auch „Homeoffice“ gehört seit längerem schon zu meinen absoluten „Favoriten“.

„Heimarbeitsplatz“ oder „Büro zuhause“ klingt wohl nicht „international“ genug? „Mache heute Home Office“ klingt vermutlich auch „besser“ – „moderner“ – als „Ich arbeite heute von zuhause aus“?!

Auch minimieren wir z. Zt. („Corona“) nicht unsere sozialen Kontakte und halten räumlich Abstand voneinander, seitdem das öffentliche Leben heruntergefahren wurde, sprich‘ viele Gewerbetreibende ihren Betrieb qua Verordnung einstellen mussten, sondern praktizieren seit dem „Lockdown“ („Sperrung“) „social distancing“ („räumliche Distanzierung“).

Klingt doch ziemlich bescheuert alles. Geht aber noch weiter.

Der „Autorenclub Wetterau“ betreibt z.B. z.Zt. einen „Shutdown Blog„, ein Münchner Merkur titelt „Exit-Plan aus dem Corona-Shutdown“ (zu Deutsch: Ausstiegsplan aus der Corona Stilllegung).

Was. soll. das? Klingt nicht nur lächerlich, sondern wirkt – durch die Bank weg – auch so.

EIS TO GO ERLAUBEN, ZUM ERHALT DER EISDIELEN WÄHREND CORONA„, lautet z.B. eine Petition, die beim Hessischen Landtag eingereicht werden soll und über deren Titel ich via der sozialen Netzwerke „gestolpert“ bin. Mit „Straßenverkauf für Eisdielen während Corona erlauben“ war der Petent wohl in seiner Muttersprache „überfordert“?

Über diese „coffee-to-go“, „takeaways“ und „toppings“, „Hipster“, „Nerds“ und „Club-Mate“ – Mentalität kann ich echt nur noch verständnislos mit dem Kopf schütteln.

In dem Deutschland, „in dem wir gut und gerne leben“ (zumindest wenn es nach der CDU geht), hat man sowieso inzwischen das Gefühl, daß die eigene Muttersprache eher verpönt ist. Geht sogar soweit, daß man irgendwie das Gefühl hat, sich sogar für diese schämen zu müssen.

Wenn sich selbst ein deutscher Bundespräsident bei seiner Rede am 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers in Ausschwitz in der Gedenkstätte Yad Vaschem gegen seine Muttersprache entscheidet, sagt das doch schon einiges aus. Hat m.E. auch nix mit „Respekt“ zu tun.

Lt. Spiegel „entschied [er] sich komplett gegen die deutsche Sprache. Er begrüßte die Anwesenden auf Hebräisch und sprach dann englisch weiter. Er habe den verbliebenen Opfern ersparen wollen, die Sprache der Täter hören zu müssen, hieß es zur Begründung„.

Kann man so sehen, muß man aber nicht so sehen und sollte man eigentlich auch anders sehen.

Selbstverständlich hat sich auch die deutsche Umgangssprache aus vielen anderen Sprachen weiterentwickelt. Dies hat sie mit vielen anderen Umgangssprachen gemein.

Aus diesem Grund hat sich „Deutsch“ zu einer wundervollen Sprache mit einem Wortschatz von ca. 300 – 500.000 Worten (darüber ist man sich aufgrund verschiedener Zählweisen nicht so ganz einig) entwickelt und bietet damit zahlreiche Möglichkeiten, sich auszudrücken.

Kaum zu glauben, daß wir von diesem reichhaltigen Wortschatz, lediglich einen Bruchteil davon alltäglich nutzen [Lt. einiger schlauen Leute gebrauchen wir im Alltag davon angeblich nur 12.000 – 15.000 Worte.]

Nahezu unverändert, die sog. Fachsprachen, wie sie z.B. Juristen-, Theologen-, Psychologen-, Pädagogen-, Soldaten-, Techniker-, Piloten, Mediziner, tagtäglich anwenden. Ein präziser Fachwortschatz erleichtert nicht nur die Kommunikation innerhalb dieser Berufsgruppen, sondern ist für die tägliche Arbeit unerlässlich.

Das, was wir in unserer Umgangssprache als „Fremdwörter“ („adäquat“, „dekadent“, „denunzieren“, „echauffieren“, „implizieren“, „infantil“, etc. pp.) bezeichnen, hat seinen Ursprung in verschiedenen Sprachen, wie z.B. Latein, Griechisch, Französisch oder Italienisch. Vice Versa findet man viele deutsche Worte in anderen Sprachen, wie z.B. Polnisch, Russisch, Bosnisch, Serbisch, Kroatisch.

Nein, für unsere (deutsche) Sprache sollte man sich wirklich nicht schämen.

Schämen sollte man sich eher für dieses „Denglisch“. Das klingt nicht nur peinlich, sondern ziemlich bescheuert. Kauderwelsch halt.

Das andere Extrem ist dann dieser Jugendjargon (zu engl.: „Slang“), der sich aus Deutsch-Türkisch-Arabisch zusammensetzt. „Chabos wissen, wer der Babo ist!“ klatschte ein Kommunalpolitiker 2014 auf sein Wahlplakat, um damit die Jugend anzusprechen. Dass er sich damit eher – aus diversen Gründen – blamierte, ist diesem Artikel zu entnehmen.

Und wenn irgendwelche Sprachforscher z.B. bei „Ey, Alder. Is‘ ja hamma. Isch geh nachher Aldi“ einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung sehen, weiß ich nicht, an „wem“ ich mehr zweifele. Mein Verständnis kommt hier an seine Grenzen.

[Gerade bei der Jugend, bzw. dieser Generation „Schneeflocke“ oder „Z“. Wie auch immer Sie diese nennen möchten. Rechtschreibung und Grammatik scheint sich bei dieser Generation mehrheitlich sowieso inzwischen nur noch – „twittermäßig“ – auf 140 Buchstaben, sog. „Emoticons“ und dem Netzjargon à là „OMG“, „YOLO“, „LOL“ zu reduzieren?!]

Ich habe selten eine Bevölkerung erlebt, die ihre eigene Muttersprache so hartnäckig „kleinkriegen“ will, wie die Deutschen. Schämen sie sich so sehr für ihre Sprache, daß sie dieses „Kauderwelsch“ – so selbstverständlich – praktizieren?

Hand in Hand mit diesem ganzen Kauderwelsch geht auch diese Unart des „Duzens“, in Mitteilungen, Werbung, ja selbst in Stellenanzeigen. Wird hier das englische „You“ fälschlicherweise generell als „Du“ übersetzt oder soll hier einer auf (linkspolitisch) „modern“ gemacht werden?

Mag vielleicht an meiner Erziehung liegen, aber die Freiheit, „wer“ mich „duzt“, will ich mir nicht nehmen lassen. Dies gilt sowohl im privaten als auch (erst recht) im geschäftlichen Bereich. Das „Du“, z.B. im geschäftlichem Bereich durch einen Dritten „zwangsverordnet“ zu bekommen, obwohl – gerade bei Bewerbungsgesprächen – formal nach wie vor das „Sie“ Gang und Gäbe ist? (Anfreunden könnte ich mich ja vielleicht noch mit dem „Hamburger Sie„). Mag man meine Ansicht „altmodisch“ nennen. Dann ist dem halt so.

Dieses Sprachgeschwurbel inklusive seiner Nebeneffekte ist m.E. weder „europäisch“ noch „international“, sondern so stil- und niveaulos wie die Tennissocke in Sandalen.

Mit diesem „Denglisch“ ist man m.E. zumindest auf dem Holzweg, macht sich lächerlich und darf sich daher auch nicht wundern, wenn einem das Gegenüber nicht (mehr) ernst nimmt.


Bild: mohamed_hassan / Pixabay